Die Trump-Regierung hat fünf große Windkraftprojekte vor der US-Ostküste vorläufig gestoppt – und begründet dies mit der Sorge um die nationale Sicherheit
Die Trump-Regierung begründet den Baustopp damit, dass die Bewegung der großen Rotorblätter der Windräder sowie deren stark reflektierende Türme Radarstörungen verursachten.
„Windkraftanlagen sind große, sich bewegende Objekte. Ein Radarsystem an der Küste kann also die Rotorblätter erfassen, und diese könnten wie ein feindliches Objekt wirken oder Dinge dahinter verdecken“, sagt der niederländische Energieexperte Kees van der Leun dem STANDARD.
„Das Thema war in den USA aber natürlich wohlbekannt, als die Anlagen geplant und genehmigt wurden“, sagt Van der Leun. Ørsted und die norwegische Windparkfirma Equinor, die vor Long Island bauen will..
„Wir sehen zum Beispiel in Deutschland, dass Windparks selbst mit Abhörvorrichtungen und Radargeräten ausgestattet werden, um den Überblick des eigenen Sicherheitsapprats zu verbessern“, sagte der US-Forscher dem Radiosender NPR. Das Risiko, dass feindliche Waffensysteme oder Drohnen hinter Windrädern unentdeckt bleiben, sei beherrschbar.
Kritiker der US-Energiepolitik sehen den Kampf gegen die milliardenschweren Windkraftprojekte weniger in Sicherheitsbedenken als in der tiefen Abneigung von Donald Trump gegen diese Energiequelle begründet.
Windräder nannte Trump hingegen hässlich, unzuverlässig und teuer. In Schottland klagte er 2015 erfolglos gegen die Errichtung eines Offshore-Windparks – in der Nähe eines seiner Golfplätze.