Alarmierende Entwicklung: Jede zweite Meldung an Stopline enthält illegale Inhalte
Wien/Salzburg (OTS) – Die Zahl der bei Stopline gemeldeten illegalen Inhalte hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Erstmals betraf mehr als jede zweite Meldung tatsächlich illegale Inhalte.
Insgesamt prüften die Mitarbeitenden der österreichischen Meldestelle im vergangenen Jahr über 75.000 Hinweise und mussten dreimal so viele Fälle wie im Jahr zuvor als illegal einstufen.
Zahlen & Fakten 2025
- Gesamtmeldungen: 75.089
- Als illegal eingestuft: 38.264 (50,9 %) – ein neuer Negativrekord
- Hauptanteil: Darstellungen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger (38.223 Fälle)
- Nationalsozialistische Wiederbetätigung: 41 Fälle (2024: 93)
Damit setzt sich ein besorgniserregender Trend fort:
- 2023: rund ein Drittel der Meldungen zutreffend
- 2024: ca. 47 %
- 2025: 51 %
„Dass nahezu jede zweite Meldung zutreffend ist, hat unser kleines Team sowohl organisatorisch als auch emotional an seine Grenzen gebracht“, erklärt Barbara Schloßbauer, Projektleiterin der Stopline.
Positives Signal aus Ă–sterreich
Im Bereich Hosting gibt es eine erfreuliche Entwicklung: 2025 wurde kein einziger gemeldeter illegaler Inhalt bei einem österreichischen Provider gehostet.
„Löschen statt Sperren hat sich bewährt. Die enge und gute Zusammenarbeit zwischen Meldestelle, Providern und Behörden sorgt dafür, dass illegale Inhalte rasch entfernt werden und Österreich somit ein unattraktiver Hosting-Standort für derartige Inhalte ist“, betont ISPA-Generalsekretär Stefan Ebenberger.
Internationale Zusammenarbeit entscheidend
Als Teil des internationalen INHOPE-Netzwerks arbeitet Stopline mit 57 Partner-Hotlines in 53 Ländern zusammen, um illegale Inhalte weltweit so schnell wie möglich zu entfernen.
Trotz ihrer vergleichsweise kleinen Struktur zählt Stopline zu den aktivsten Meldestellen im gesamten Netzwerk.
Mehr Sichtbarkeit fĂĽr mehr Schutz
Neben der operativen Arbeit setzt Stopline seit vielen Jahren verstärkt auf Aufklärung und Vernetzung:
- Informationsarbeit in sozialen Medien
- Regelmäßiger Austausch mit Stakeholdern
- Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien
Ziel: Das Bewusstsein für illegale Inhalte im Internet weiter schärfen.
Herausforderungen in der Strafverfolgung
Die enge Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden zeigt neue Herausforderungen:
- Zulässigkeit von Beweismitteln nach § 115 f. ff StPO (österreichische Strafprozessordnung) beschränkt Anordnungen zur Beschlagnahme auf einen engen Zeitraum.
- Oft ergeben sich neue Beweise erst im Rahmen von Hausdurchsuchungen.
- Liegt die Straftat außerhalb des bewilligten Zeitfensters, besteht die Gefahr, dass sie unentdeckt bleibt oder zusätzliche gerichtliche Anordnungen nötig sind.
Weitere Informationen
Den vollständigen Stopline Jahresbericht 2025 findest du hier: www.stopline.at
Ăśber Stopline
- GegrĂĽndet 1998 von der ISPA
- Anerkannte Meldestelle gegen sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger und nationalsozialistische Wiederbetätigung
- Mitglied im internationalen INHOPE-Netzwerk
- Finanziert durch Safer-Internet-Programm der EU und nic.at
Ăśber ISPA
Die Internet Service Providers Austria (ISPA) wurde 1997 gegründet und vertritt rund 220 Mitglieder aus den Bereichen Access, Content und Services. Ziel ist die Förderung des Internets sowie die Kommunikation der Marktteilnehmer untereinander.