Virtuelle Kraftwerke: USA planen mit 160 Gigawatt virtueller Leistung

Milliarden US-Dollar will das Land einsparen, weil smarte Geräte gemeinsam verhindern, dass Reservekraftwerke anspringen oder der Strom ausfällt.

Aus dem Link zu GOLEM :

Auch in Deutschland wird immer wieder über den netzdienlichen Einsatz von privaten Akkumulatoren diskutiert. Ähnlich wie in den USA stellt die fehlende Steuerbarkeit und Datenauswertung eines der Hauptprobleme für einen effektiven Einsatz dar.

Was gibt’s da viel zu diskutieren ?
Der netzdienliche Einsatz von allen Batterien ( nicht nur in Privathaushalten ) --aber auch von möglichst allen Verbrauchern -ist jedenfalls zwingend technisch erforderlich.
Zweck aller Solarvoltaikanlagen, Windkraftwerke und Batterieanlagen ist in erster Linie die Aufrecherhaltung der stabilen öffentlichen Energieversorgung, aber nicht die Maximierung der Gewinnne ihrer Besitzer/Betreiber.

virtuelle Kraftwerke mit 160 GW virtueller Leistung :

Offenbar ein Vokabel aus Newspeak - um etwas vorzutäuschen, das nicht da ist - 160 GW elektrische Leistung . Was hier „virtuell“ bedeutet , versteht wahrscheinlich ohnhin niemand..
Ehrlicher wäre, hier von „Lastmanagment“ zu sprechen. Aber vielleicht befürchtet man in den USA, dass dann für jedremann leichter die damit verbundene Beschränkung der privaten Verfügungsgewalt ( z.B. hinsichtlich der Wahl des Zeitpunktes der Aufladung bzw. der Entladung von Batterieanlagen aus dem bzw. in das öffentliche Energieversorgungsnetz ) verbunden wäre - also quasi eine „Teilverstaatlichung“ privaten Eigentums - und das in den USA .

Wie sind nun in den Bereich der Netzregelung, Regelenergie, Primärregelreserve, Sekundärregelreserve, Ausgleichsenergie angelangt.
Auch schnelles Senken des Verbrauchs ist Regelleistung. Das Ganze dient zur Konstanthaltung der Netzfrequenz in sehr engen Grenzen.

Das “Ding“ ist komplexer als es der “Normalbürger“ ahnt. Ich war mal bei einer Diskussion im APG Leitstand Wien Süd. Große Wand voller Bildschirme, 7x24 besetzt. Trotz Automatismen, sind es immer Menschen die im Notfall eingreifen müssen.

Aber jeder „Normabürger“ - und die von ihm gewählten Parteien - glauben hier ihre weltanschaulichen Positionen bzw Ideologisch /wirtschaftlichen Vorstellungen einbringen zu können.
Daher wird auch übersehen, dass z.B. große - vielleicht sogar vollkommen unreguliert arbeitende -Batterieanlagen im Besitz Privater (vielleicht auch internatinaler Konzerne) durch ihre ausschließlich am eigenen wirtschaftlichen Erfolg ausgerichteten ( Lade- bzw. Entlade - ) Aktivitäten bewusst (oder sogar unbewusst) als „Cyberwaffe“ gegen Österreich (bzw. die Stabilität unserer Energieversorgung) eingesetzt werden könnten und wir dann über unsere Energieversorgungsnetze ähnlich die Kontrolle verlieren könnten, wie wir die Kontrolle über das Internet (bzw. seine Auswirkungen auf unsere Gesellschaft) offenbar schon länger verloren haben.

Du übersieht eines - jeder der hier als Kraftwerk, Strompuffer mitarbeitet MUSS sich an verbindliche Richtlinien halten, sonst fliegt er aus dem Netz!

Wenn man einer Haus PV Anlage ans Netz anschließt, muss man ab einer gewissen Größe um eine Genehmigung des Netzbetreibers ansuchen, jener gibt vor welche Leistung man anschließen darf. Zusätzlich ist ein Abnahmevertrag eines Stromanbieters erforderlich. Erst wenn das alles zutrifft wird die Genehmigung erteilt.
Über allem wachen bei Großanlagen die regionalen Netzbetreiber UND APG!

So einfach “mirnix dirnix“ geht da nichts!

Über diese verbindlichen Richtlinien scheint gerade eine größere Diskussion gestartet worden zu sein, weil solche verbindlich einzuhaltenden Regeln von Investoren in Batteriegroßanlagen als störend für ihr Geschäftsmodell und daher nur als „unnötige Bürokratie“ betrachtet werden dürften.
Nachdem aber bereits manche Politiker die Meinung dieser Investoren zu teilen scheinen, aber selbst Fachjournalisten nicht über elektrotechnische Grundkenntnisse verfügen, um hier auch haltbare Gegenargumente (statt alles nur „unnötige Bürokratie“ ) liefern zu können, ist aus dieser Diskussion leider nichts Gutes für die Stabilitöt und Zuverlässigkeit unserer Energieversorgungsnetze zu erwarten.

Bitte nicht mit politischen Regeln, wie z.B. UVP, verwechseln.

Es sind technische Regeln die meines Wisssens Europaweit für Anschlüsse ans EU Strom-Verbund Netz gelten. Diese dienen der Netzstabilität!

Es geht in dieser Diskussion meinem Einduck zufolge gar nicht um UVP , sondern viel mehr um den Wunsch, jederzeit und überall in nahezu unberenzten Mengen Energie aus dem Netz beziehen und auch jederzeit wieder in das Energeiversorgungsnetz einspeisen zu können und diese Zeitpunkte und Mengen auschließlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten der Betreiber bzw. Investoren solcher Großbatterien bestimmen zu können.

Diesem stehen klare technisch begründete Regeln entgegen, entweder Jener hält sich daran oder er fliegt letztendlich aus dem Netz.
Stabilität ist vorrangig!

Kennst eigentlich diese Quellen?

https://www.netzfrequenz.info/aktuelle-netzfrequenz-full

https://www.netzfrequenz.info/regelleistung

Das gibt vor! Und kein Politiker, kein Investor!

Gerade darüber ist aber die aktuelle Diskussion ausgebrochen.
Alle solche Regeln sind ja angeblich nur "unnötige Bürokratie.

Früher waren die Leute ehrlicher und haben zugegeben, dass sie keine Ahnung haben, wozu solche - und viele andere Regeln in anderen Bereichen - eingeführt worden sind. Heute wird eigene Unwissenheit hinter der Floskel „unnötige Bürokratie“ versteckt.

Welche Diskussion und wo - wo es doch klare Regeln, Vorgaben gibt?

Bitte lies diesen technischen Teil

Wide Area Monitoring - Überblick über das Verbundnetz

Das erklärt wie das Netz funktioniert!

Es geht in dieser Diskussion um die „Deregulierung“ der Netzanschlußbedingungen und der Betriebsführung ( vorgegebene, technisch erforderliche, Beschränkungen der Leistung - bzw auch der Zeitpunkte und Dauer - für die Entnahme und Einspeisung elektrischer Leistung aus dem - bzw. in das - Energieversorgungsnetz ), um den wirtschaftlichen Erfolg der Betreiber von (bzw. der Investoren in ) Großbatterienanlagen nicht zu schmälern.

Diese Herschaften, die solche Derregklierung befürworten, scheinen komplett übersehen zu haben - bzw. überhaupt noch nicht den Ernst unserer Lage erkannt zu haben, dass alle investitionen in unsere zukünftigen - nicht mehr auf fosslilen Energieträgern beruhenden - Energiesysteme, einzig undf allein dazu dienen müssen, in Zukunft überhaupt noch über ein stabiles Enerieversorgungssystem- mit allen dafür erforderlichen Anlagen und Verteilnetzen - verfügen zu können.

https://stadtwerk.digital/artikel/grossbatterien-wie-fehlende-regulierung-milliardenpotenziale-im-netz-blockiert

https://www.eco-stor.de/de/unternehmen/news/260511_Grossbatterien_brauchen_klare_Regeln_statt_regulatorischer_Vollbremsung

https://www.lichtblick.de/presse/neonstudie-batteriegrossspeicher/

https://www.derstandard.at/story/3000000330907/batterien-sollen-den-energiemarkt-revolutionieren-scheitert-der-boom-an-der-regulierung

Die Frage ist, wie viel Instabilität wir bereit sind, in Kauf zu nehmen.

Wir dürfen uns keinerlei Instabilitäten im Energieversorgungsnetz erlauben , weil diese zu immensen technischen und wirtschaftlichen Schäden - und möglicherweise sogar zu vielen Toten - führen könnten.

Davon ungeachtet könnten aber bei Bedarf große Verbrauchergruppen geplant bzw vertraglich vereinbart abgeschaltet und erst bei zulässigem Netz- bzw. Produktions-Status ( der Energieerzeugungsanlagen) wieder mit Energie versorgt werden.

Eine 100%-ig Verfügbarkeit gibt es nicht.

Gibt nur geht oder geht nicht; bevor es zum Blackout kommt, werden Lasten abgeworfen.
Bei Überproduktion müssen Kraftwerke stoppen.
Ist alles genau in einem verbindlichen Regelwerk festgehalten.
Für die Frequenz Feinregelung existieren Regelkraftwerke.
Man kann sich das Netz als eine große Schwungmasse vorstellen. Dreht sie sich zu langsam, muss Energie zugeführt, zu schnell muss Energie entzogen werden. Unter diesen Gesichtspunkt muss man die Eingangs erwähnten smarten Geräte verstehen!

Wichtig ist, dass es genügend Kaltstart Kraftwerke gibt, damit kann man Inseln hochfahren, später dann mit anderen synchronisieren.

Es geht in dieser Diskussion ( siehe Links zu Zeitungsartiklen in https://forum.4future.community/t/virtuelle-kraftwerke-usa-planen-mit-160-gigawatt-virtueller-leistung/2199/13?u=erich_pekar) nicht um irgendwelche Kraftwerke , sondern primär um Großbatterienanlagen der Leistungsgröße ab ca 100 MW von privaten Betreibern bzw. Großinvestoren, die diese Battrtienanlagen bzw. den durch sie mögliichen Arbitrage-Handel elektrischer Energie ohne Rücksicht auf technische Erfordernisse zur Aufrechterhaltung der Netzstabiliöt und der Versorgungssicherheit in erster Linie als ein Mittel zur Erzielung von nahezu arbeitsfireien Einkommen sehen dürften.
Ihre Forderung nach Deregulierung , „Entbürokratisierung“ bzw. Beschleunigung der Genehmigungsvorgänge für die Errichtung und den Betrieb solcher Großbatterieanlagen könnte gemeinsam mit der technischen Unkenntnsis vieler poitischer Entscheidungsträger dazu führen, dass die Stabilität und Versorgungssicherheit unserer Energieversorgung noch mehr gefährdet werden könnte, als sie derzeit schan durch das Fehlen ausreichender Speicherkapazitäten gefährdert ist - und auch dazu führen, dass noch mehr Leitungen neu errichtet bzw. verstärkt werden müssten, als errichtet werden müssten, wenn netzdienliche Standorte und Betriebsvorschriften (z.B. für die Zeitpunkte des Ladens bzw Entladens - und/oder die Fernsteuerung dieser Vorgänge durch ein zentrales , Batteriebetreiber-unabhängiges, Netz- bzw. Last-Managment ) vorgeschrieben werden würden.

https://www.e-control.at/documents/1785851/0/V+SNE+01_26+SNE-G-V+Begutachtungsentwurf+samt+Erl%C3%A4uterungen.pdf/1425ce2f-897d-bea7-b8e6-e84f67f978ab?t=1782735970283

Entbürokratisierung bedeutet nicht sich über technische Bedingungen einfach hinweg setzten zu können! E-Control und APG reden da noch ein gewichtiges Wort mit.

Nicht Politik und Technik verwechseln!

Ich befürchte allerdings, dass dies der Grund für die rund um den zukünftigen Einsatz von Großbatterieanlagen - und deren „wirtschaftlichen Betrieb“ - ausgebrochene Diskussion um Deregulierung /Entbürokratiserung sein könnte.