VW, Porsche, nun auch Stellantis: Die Lage fĂŒr Europas Autobauer wird zusehends schlimmer

Neben stĂ€rkerer Konkurrenz aus China und der erratischen US-Zollpolitik sorgt bei Stellantis auch eine veraltete Produktpalette fĂŒr zunehmende Probleme

https://www.derstandard.at/story/3000000289199/vw-porsche-nun-auch-stellantis-die-lage-fuer-europas-autobauer-wird-zusehends-schlimmer

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Ja leider, BYD hat am E-Mobile Sektor das Zeug zum BranchenfĂŒhrer.
Bei Akkus schon sowieso - in meiner PV steht ein 1kWh BYD HVM “Turm“ (Made in China)

Diese Entwicklung - die notwendige Abkehr vom Verbrennungsmotor - war aber schon seit Jahrzehnten bekannt.
Es ist auch jetzt schon bekannt, das inividuelle MassenmobilitĂ€t mit Elektrofahrzeugen (statt mit PKW ) nicht nur jetzt, sondern aucht in Zukunft - aus vielen GrĂŒnden - nicht möglich sein wird.
Es interessiert aber offenbar trotzdem noch niemanden, welche Technologien wir in Zukunft fĂŒr unsere regionale und ĂŒberregionale MobilitĂ€t zur VerfĂŒgung haben werden bzw. in welchem Umfang MassenmobiliĂ€t, wie wir sie heute noch kennen, in Zukunft noch möglich sein wird.
Wenn der heute noch ĂŒberall beobachtbare Individualverkehr plötzlich (z.B. wegen einer neuerlichen “Ölkrise”) ausfallen wĂŒrde , mĂŒssten wir unser MobilitĂ€tsverhalten drastisch einschrĂ€nken , weil wir ĂŒber keine Verkehrsmittel verfĂŒgen, die dann die weiterhin benötigten Transportleistungen erbringen könnten -
oder habt ihr vielleicht schon einmal versucht, euren Wochendeinkauf oder euren Einkauf vom Bau- oder Garten-Markt mit öffentlichen Verkehrsmitteln - sofern solche in “eurer Gegend” ĂŒberhaupt verkehren sollten - zu transportieren ?
Auch fĂŒr Bahnreisen mit “großem GepĂ€ck” (mehr als ein kleiner Trolley) genĂŒgt es heute nicht mehr, mit einem Taxi zum Bahnhof zu gelangen, dazu braucht’s erst ein mehrwöchiges Fitnesstraining, um das GepĂ€ck dann eigenhĂ€ndig - und ohne irgendwelche Hilfsmittel - in der Regel ĂŒber zumindest zwei Stockwerke ( einmal runter, einmal rauf ) bis in den Zug zu bringen - und dann dort keinen Platz zu haben, um das GepĂ€ck auch beim Sitzplatz unterbringen zu können, aber auch kein Bahnpersonal vorzufinden, dem GepĂ€ck zum beaufsichtigten/gesicherten Transport in einem GepĂ€ckabteil ĂŒbergeben werden könnte.
FĂŒr Innovation - auch mit Hilfe der Technologien der Digitalen Welt - gĂ€be es im Bereich der individuellen Logistik des gleichzeitigen Transport von Personen und ihres GepĂ€cks bzw. ihrer GĂŒter ausreichend Spielraum , um die sinkende wirtschaftliche Bedeutung der (herkömmlichen) Fahrzeugindustrie z.B. durch Produktion von “Transportgut-fĂ€higen” Fahrzeugen fĂŒr den öffentlichen Personen-Verkehr und die Entwicklung und den Betrieb der dafĂŒr erforderlichen Services und Dienste abzufangen.

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Wieder zurĂŒck zum Greißler in der NĂ€he, zum Eisen und WerkzeughhĂ€ndler, zum Kleiderhaus, zum Möbelhaus mit angeschlossener Tischlerei und Montageservice, zum BĂ€cker, zum Fleischer, zum MilchgeschĂ€ft, zum Schuster, usw. in der Stadtmitte, bzw im Nahbereich?
Viele kleine GeschÀfte und Handwerker, alle im Gehbereich.

Ich bin noch so aufgewachsen, einige Schulkollegen kamen aus einer Bauernfamilie 
 man hielt sich HĂŒhner, Obst & GemĂŒsegarten anstatt englischen Rasen (der sowieso bei uns nicht funktioniert).

:battery: „Zu wenig Strom fĂŒr E-MobilitĂ€t?“ – Stimmt nicht!

Ja – wenn wir alle Verbrenner durch Elektrofahrzeuge ersetzen, steigt der Strombedarf.
FĂŒr Österreich wĂ€ren das +15–20 % des heutigen Stromverbrauchs – also ca. 10–12 TWh pro Jahr zusĂ€tzlich.

Viele sagen: „Das geht nicht, dafĂŒr haben wir gar nicht genug Strom.“
Doch das stimmt nicht – wenn wir es wollen, schaffen wir das locker:

  • PV liefert den Löwenanteil: 2024 haben wir 2,2 GW Photovoltaik zugebaut – das sind ≈ 2 TWh grĂŒner Strom zusĂ€tzlich pro Jahr.
    Halten wir dieses Tempo, haben wir in 5 Jahren mehr zusĂ€tzlichen Strom, als wir fĂŒr den gesamten Umstieg auf E-MobilitĂ€t brauchen.

  • Wind und Wasserkraft ergĂ€nzen PV – besonders im Winter.

  • E-Autos selbst sind Teil der Lösung: Sie werden zum riesigen Pufferspeicher (Vehicle-to-Grid), gleichen Schwankungen aus und machen das Netz stabiler.

Was wir tun mĂŒssen, damit es funktioniert

  1. Produktion und Verbrauch lokalisieren

    • Energiegemeinschaften, Quartiersnetze, betriebliche Microgrids

    • Strom dort nutzen, wo er entsteht → Netze entlasten (Das wollen aber die Energieversorger natĂŒrlich nicht).

  2. FlexibilitÀt & Speicher aufbauen

    • Smart Charging: Laden, wenn PV-ÜberschĂŒsse da sind

    • Vehicle-to-Grid & Quartiersspeicher: ÜberschĂŒsse speichern und spĂ€ter nutzen

  3. BĂŒrokratie abbauen & Netze ausbauen

    • PV ist heute so billig wie nie – wir mĂŒssen Genehmigungen vereinfachen

    • Energieversorger (LĂ€nder) mĂŒssen in Netze statt Dividenden investieren

  4. MobilitÀt intelligenter machen

    • Weniger Besitz, mehr Nutzung: Carsharing, autonome Shuttles, bessere Öffis

    • So sinkt der Bedarf weiter – ohne dass Menschen ihre MobilitĂ€t verlieren

Fazit

Technisch ist das kein Problem – wenn wir wollen, schaffen wir das in wenigen Jahren.
Mit lokalem Verbrauch, intelligentem Laden und E-Autos als Speicher können wir nicht nur genug Strom bereitstellen, sondern unser Energiesystem stabiler, gĂŒnstiger und unabhĂ€ngiger machen.
Das Ziel darf nicht sein, weniger MobilitĂ€t zu ermöglichen – sondern **bessere, saubere und erschwingliche MobilitĂ€t fĂŒr alle.

PS:** Ich wage vorauszusagen: Ein Auto fĂŒr jeden Haushalt wird sich ohnehin aufhören, wenn es selbstfahrende Fahrzeuge gibt. Es gibt keinen Grund sich einen teuren PKW in die Garage zu stellen, wenn ich mir mit der App ĂŒberall in 15Minuten ein Fahrzeug bestellen kann, das mich ĂŒberall hinbringt.

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Du beziehst Dich hie offenbar auf meine Allgemeinaussage

Es ist auch jetzt schon bekannt, das inividuelle MassenmobilitĂ€t mit Elektrofahrzeugen (statt mit PKW ) nicht nur jetzt, sondern aucht in Zukunft - aus vielen GrĂŒnden - nicht möglich sein wird.

Ich wollte mir - und Euch - eigentlich aus Zeit- und PlatzgrĂŒnden ersparen, auf diese “vielen GrĂŒnde” nĂ€her einzugehen - zumal diese in vielen anderen BeitrĂ€gen ( und auch auf Digisociety ) schon ausfĂŒhrlich dargestellt wurden.
Leider wird das Thema “ElektromobilitĂ€t auf der Straße” aber immer noch viel zu eindimensional behandelt - wie wenn es keine anderen, damit zusammenhĂ€ngenden Probleme (bzw. auch Folge-Probleme) geben wĂŒrde.

Grund fĂŒr die (Wieder-) EinfĂŒhrung von ElektromobilitĂ€t war schon immer die erforderliche Reduktion von Umweltbelastungen :

  • die Schwefelanteile (Mitverusrsacher fĂŒr “sauren” Regen)
  • die Stickoxidanteile (als Mitauslöser fĂŒr Lungenkrebs)
  • der MotorenlĂ€rm der Verbrennungsmotoren (vor allem an Durchzugsstraßen/Autobahnen )
  • der höhere Wirkungsgrad von Elektromotoren und damit die effizientere Nutzung der eingesetzten PrimĂ€renergie ( Reduktion des Energieverbrauches )
  • die Poblematik “Mikroplastik” ( kleinste Ptartikel vom Abrieb Reifen/Straße aber auch von BremsbelĂ€gen.
  • der Platzbedarf fĂŒr Verkehrs- und Abstell-FlĂ€chen (die auch dafĂŒr erforderliche Versiegelung des Bodens)
  • die Verkehrssicherheit

“Die Industrie” war stets bedacht darauf, die Technologie des Verbrennungsmotors - und damit ihres wichtigsten Produktionsprozesses - beibehalten zu können und nur geringfĂŒgigst fĂŒr Anpassung an neue Vorschriften weiter entwicklen zu mĂŒssen.
GrundsĂ€tzliche Innovation - durch andere Antriebstechnologien, als den Vebrennungsmotor, war nie ein Thema fĂŒr die Fahrzeugindustrie.
Das hat zuletzt dann - mitverursacht durch “NaivitĂ€t” und “LeichtglĂ€ubigkeit” politischer EntscheidungstrĂ€ger - zum “Diesel-Skandal” gefĂŒhrt.
Die jetzt in Zusammenhang mit einem gesetzlichen Verbot von Verbrennunsgsmotoren durch die Fahrzeug-Industrie geforderte “Technologieoffeneit” (um einen weiterentwickelten Verbrennungsmotor vielleicht auch in Zukunft noch verkaufen zu können) wurde von ihr (ihren damaligen ReprĂ€sentanten) aber seit 100 Jahren selbst bekĂ€mpft, um die Vormachtstellung des Verbrennungsmotors im Straßenverkehr auch durchzusetzen.

FĂŒr Österreich wĂ€ren das +15–20 % des heutigen Stromverbrauchs – also ca. 10–12 TWh pro Jahr zusĂ€tzlich

Das stimmt schon - ist aber nur eine eindimensionale Sicht auf das Problem der in Zukunft zu erwartenden drastischen Steigerung des Bedarfes an elektrischer Energie.
Denn es gibt unter dem Ziel der “Dekarbonisierung unserer Energiesysteme” noch zahllreiche weitere BedarfstrĂ€ger.
So ergibt selbst eine einfache “MilchmĂ€dchenrechung”, dass wir möglicherweise unsere ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr elektrische Energie basierend auf dem Gesamtverbrauch an PrimĂ€renergie fĂŒr Zwecke des Energieeinsatzes (nicht zum Einsatz ÖL/Gas als Rohstofff in Produktionsprozessen) des Jahres 2019 möglicherweise sogar um 400 % (und nicht nur um 20% fĂŒr ElektromobilitĂ€t auf der Straße) steigern mĂŒssen.
In dieser einfachen Rechnung ist aber noch nicht der erhebliche zusĂ€tzliche Energiebedaf fĂŒr KI- und Blockchain-Technologien und die vermutlich erforderliche Überdimensionierung der ProduktionskapazitĂ€ten zur Abeckung hoher - und gleichzeitig benötigter - Ladeleistungen an in Zukunft zahlreichen Schnelladestationen fĂŒr ElektromobilitĂ€t im Straßenberkehr berĂŒcksichtigt.
Dass es von offizieller Seite fĂŒr das Gesamtziel der Dekarboniserung unserer Energiesysteme genauere AbschĂ€tzungen der erforderlichen Produktionssteigerungen fĂŒr elektrische Eenergie nicht geben sollte, kann ich mir nicht vorstellen.
Vielleicht weisen aber auch solche “offiziellen” AbschĂ€tzungen des zu erwartenden/befĂŒrchteten Gesamtbedarfes an elekrischer Enerie ( im Jahr 2040 oder doch erst 2050 ?) auf solch “astronomische” Bedarfssteigerungen hin ?
Vielleicht weiß jemand von Euch dazu Genaueres ?

Halten wir dieses Tempo, haben wir in 5 Jahren mehr zusĂ€tzlichen Strom, als wir fĂŒr den gesamten Umstieg auf E-MobilitĂ€t brauchen.

Bis dahin wird aber auch von allen anderen BedarfstrĂ€gern mehr elektrische Energie benötigt und nur ĂŒber Solarvoltaik (ohne Speicher) ist eine stabile Versorgung mit elektrischer Energie nicht möglich.
Werden z.B. in Wohungen die Gas-/Öl-Verbraucher auf andere Technologien umgestellt, dann wird sich der Bedarf elektrischer Energie in diesen Wohnungen vervielfachen (um mehrere hundert Prozent zunehmen), wenn eine Eigenversorgung ĂŒber eine entsprechend große Solarvoltikanlage mit aureichend großem Speicher nicht möglich sein sollte.

Wind und Wasserkraft ergĂ€nzen PV – besonders im Winter.

Falsch - nur die Windkraft bringt in unseren Breiten und bei derzeit ĂŒblichen Wetterlagen im Winter besserer ErtrĂ€ge als im Sommer.
Wasserkraft bringt im Winter wegen allgemein niedrigererr WasserstÀnde als im Sommer geringeren Ertrag. Im Winter gibt es Trockenzeiten auch im Flachland und bleibt Niederschlag bei niedrigen Temperaturen auf den Bergen in Form von Schee liegen. Durch die Klimakatastrophe nimmt die Anzahl von extremen Wetterlagen (lange Trockenperiodebn aber auch sintflutartige lange NiederschlÀge) zu - damit sinkt die Produktion aus Wasserkraft.
Solarvoltaik bietet im Winter nicht nur wegen des niedrigeren Sonnenstandes und der geringeren Sonneneinstrahlung, sondern auch wegen hĂ€ufigerer Nebellagen gegenĂŒber Sommertagen wesentlich geringere Ausbeuten. So können Solaravoltaikanlagen an solchen Tagen nur ca 10 - 20 Prozent ihrer sonst (an schönen Sommertagen bei optimaler Sonnenenstrahlung) zu erwartende Maximalleistung liefern.

E-Autos selbst sind Teil der Lösung: Sie werden zum riesigen Pufferspeicher

Das ist einer der vielen “TrugschlĂŒsse” rund um ElektromobilitĂ€t.
Dieser Pufferspeicher ist weder “riesig”, noch wird er jemals in Zukunft einen “Anschluß” haben, um Energie entnehmen zu können.
Derzeit ist vorgesehen, dass zumindest je 10 Elektrofahrzeugen ein Ladeplatz verfĂŒgbar sein soll. Somit könnten maximal 10 % aller Fahrzeuge gleichzeitig an einem Lade- ( und vielleicht auch Entlade-) platz stehen. Da ja die Benutzer ein fahrbereites geladenes Fahrzeug vorfinden wollen, darf nur ein Teil der Ladung ( ca 10% ) der Batterien eines Elektrofahrzeuges entnommen werden. Von der insgesamt in allen Elektrofahrzeugen vorhandenen SpeicherkapaziĂ€t wĂŒrden demzufolge also nur ca. 1% fĂŒr Netzstabilsierungsmaßnahmen zur VerfĂŒgung stehen. Damit könnte etwa 250 GWh - allerdings statistisch gleichmĂ€ĂŸg ĂŒber Österreich verteilt - fĂŒr Netzstabilsierungsaufgaben zur VerfgĂŒgung stehen - wenn
alle Ladestationen auch mit Entlade- und Netzeinspeise-Eineichtungen und
ausnahmslos alle Fahrezeuge auch mit Energieentnahme-Möglickeiten ĂŒber den Ladestecker ausgerĂŒstet wĂ€ren und
es den Energieversorgern(ihren Netzbetrezbern) auch im Einzelfall rasch genug (innerhalb weniger Millisekunden ! ) gelingen wĂŒrde, die durch einen gestörte Leitung gerade ausgefallenen Energielieferungen aus den Speichern aller gerade irgendwo in Österreich an einem Laderplatz stehenden Elektrofahrzeuge zu ersetzen.
Dann bleibt nur noch die Frage wer all diese erforderlichen Einrichtungen und Maßnahmen finanzieren soll ?
StationÀre Batterien - durchaus auch in Haushalten und nicht nur bei den Netzbetreibern - wÀren da jedenfalls planbarer und technisch einfacher zu realisieren.

Energiegemeinschaften, Quartiersnetze, betriebliche Microgrids

Es sind aber nur Energiegemeinschaften bisher unvollstĂ€ndig und wenig wirksam fĂŒr die NetzstabilitĂ€t - realisiert, alles andere sind reine Schlagworte ohne Inhalte.

Öberstes Ziel jeder Maßnahme sollte es sein, den Strombezug an einem bestimmten Punkt im Netz ( z.B. beim eigenen ZĂ€hler , beim Trafo zur Versorgung eines Segmentes der untersten Netzebene ) auf 0 Ampere - oder einem vom Netzbetreiber vorgegebenen Bezugsprofil - möglichst genau anzunĂ€hern und damit große Teile des Lastmanagements zu den Energieverbrauchern zu verlagern.
Über ein soches Ziel wird aber in der Öffentlichkeit gar nicht diskutiert - weil das von maßgeblichen Intessensgruppen vielleicht gar nicht gewĂŒnscht wird ?

BĂŒrokratie abbauen

Eine solch unqualifiziete Meinung hÀtte ich hier nicht erwartet.
Gibt’s UnternehmensplĂ€ne, Kostenkontrolle, QualitĂ€tssicherung oder Legislative und Exekutive ohne BĂŒrokratie ?
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCrokratie

Was sind denn IT-Anwendungen ( z.: fĂŒr Buchhaltung , Lagerhaltung, Fuhrparkverwaltung 
 ) andres als BĂŒroratie in ihrer Höchstform ?

Jeder der schon einmal einen “altbewĂ€hrten” IT-gestĂŒtzten Prozess Ă€ndern musste und dazu erst ein “IT-Projekt” aufsetzen musste, wird das vermutlich schon selbst erlebt haben- bis hin vileleicht auch zu der Aussage “das brauchen wir uns nicht anschauen, das macht ohnehin die IT-Anwendung”.

Weniger Besitz, mehr Nutzung: Carsharing, autonome Shuttles,

Damit ist aber nicht sichergestellt, dass das auch zu weniger Fahrten mit Fahrzeugen fĂŒhren wird.
FĂŒr die Zukunft vollautonomer Fahreuge gibt es sogar erste Studien, die darauf hinweisen, dass bei lĂ€ngerer (Leer-) Anfahrt von vollautonomen Fahrzeugen zu ihren Kunden es sogar zu mehr Verkehr, als jetzt - noch ohne vollautonme Fahrzeuge auf den Straßen, kommen könnte.
Jedenfalls nimmt durch fehlenden Besitz eines eigenen Fahrzeuges (mit der Möglichkeit des sofortigen Fahrantrittes mit dem eigenen Fahrzeug in der Garage im Keller oder am Gartenzaun ) die “Fremdbestimmtheit” - die AbhĂ€ngigkeit ob, wo, und wann es eine Fahr- bzw. Transportmöglichkeit gibt - zu.
Jeder derzeitige Fahrzeugbesitzer wird dies als EinschrĂ€nkung seiner persönlichen Freiheit betrachten und daher freiwillig auf den Besitz und die Nutzbarkeit eines eigenen Fahrzeuges wohl kaum verzichten - er hat fĂŒr die Inanspruchnahme dieser Freiheit ja schließlich durch den Kauf seines Fahrzeuges bezahlt.

1 „GefĂ€llt mir“

Lieber Erich,

Was Du ĂŒbersiehst:
Trotz der KI sinkt der Stromverbrauch in Österreich:

LG Werner

2 „GefĂ€llt mir“

Selbstversorger durch PV Anlagen?
War selbst Mai, Juni, Juli, August zu 99% autark!

1 „GefĂ€llt mir“

Mehrere Faktoren vermute ich:

  • Deindustrialisierung. Die Industrie ist der grĂ¶ĂŸte Stromverbraucher. Wenn sie schrumpft wird unser Stromverbrauch rasch geringer
  • Einsparungen - ich habe selbst meinen Stromverbrauch hier im Haus um 50% gegenĂŒber vor der Krise gesenkt.
  • Selbstversorger vermutlich auch, weil die in der Statistik nicht mehr als Verbrauch aufscheinen.

Vielleicht noch eine Kleinigkeit:

Die LeistungsfĂ€higkeit von KI’s steigt um den Faktor 10 - bzw. der Leistungsbedarf sinkt um den Faktor 10 pro Jahr aktuell. Das ist exponentielles Wachstum - Ă€hnlich wie frĂŒher bei Moores Law. Wir können daher fĂŒr die gleiche LeistungsfĂ€higkeit von KI in einem Jahr nur noch 1/10 des Stromverbrauchs haben.

Es wird dadurch möglich sein, in relativ kurzer Zeit KI wieder dezentral statt in großen Rechenzentren laufen zu lassen.

2 „GefĂ€llt mir“

Das ist aber nur der schlechten Wirtschaftslage - und der Auslagerung teurer energieintensiver Industrieprozesse zuzuschreiben.

Zudem glaube ich (weiß es aber nicht, kenne auch keine diesbezĂŒglichwen Statistiken), das der inner-österreichische Energieverbauch zufolge KI - noch - keine große Rolle spielt, weil es große KI-Hersteller (bzw. Entwickler) in Österreich gar nicht gibt und der österreichische KI-Einsatz ( z.B. durch ChatGPT) hauptsĂ€chlich in Rechenzentren außerhalb von Österreich zu entsprechendem Energieverbrauch fĂŒhrt.

Letzlich geht’s aber um die Frage, in welchem Umfang wir unsere ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr elektrische Energie ausbauen mĂŒssen, um in 20 - 30 Jahren tatsĂ€chlich das Ziel der Dekarbonisierung unserer Energiesysteme bzw wirksamen Klimaschutz erreichen zu können und fĂŒr zumeist energieintensiv zu betreibende Anpassungsmaßnahmen ( z.B. fĂŒr Klimanlagen in nahezu jeder Wohnung) noch genug Energie zur VerfĂŒgung zu haben.
Details - welche BedarfstrĂ€ger zu diesem Gesamt-Verbrauch in welchem Umfang beitragen - sind solange bedeutungslos, solange wir noch nicht ganze Verbrauchergruppen abschalten mĂŒssen , wenn wir in absehbarer Zeit nicht mehr fĂŒr alle heute schon erkennbaren Verbrauchergruppen noch ĂŒber ausreichende ProduktionskapazitĂ€ten fĂŒr elektrische Energie verfĂŒgen werden.

Wenn meine AbschĂ€tzung mit ca 400% zu erwartender Steigerung des Bedarfes an elekrischer Energie im Verlauf der nĂ€chsten 20 bis 30 Jahre auch nur anĂ€hernd richtig sein sollte, dann sieht die Zukunft unsere Kinder und Enkel sehr “dĂŒster” aus - da wir ja schon mit der bereits beschlossenen Steigerung unsere ProduktionskapazitĂ€ten um 30 TWh (d.h. um ca 40 %) große Probleme haben, und schon sie vermutlich nicht vollstĂ€ndig erreichen werden.
Wir brauchen (?) aber nicht 40 %, sondern 400% Steigerung unserer ProduktionskapazitÀten !

Aktuelle Projektionen & Szenarien

Einige relevante Daten aus Studien:

  • In einem „Central“-Szenario wird eine Zunahme der Stromnachfrage bis 2050 um ca. 64 % prognostiziert. Montel Energy

  • Nach einer Studie im „Getting Fit for 55“-Rahmen soll der Stromverbrauch in der EU bis 2050 von heute etwa 3.000 TWh auf ~6.800 TWh steigen — also mehr als Verdoppelung. ETIPWind

  • Die Elektrifizierung des Energiesystems soll so stark zunehmen, dass Strom 57 % des Endenergieverbrauchs direkt decken soll (plus ein weiterer Anteil indirekt ĂŒber Wasserstoff etc.). ETIPWind

  • In EU-Klimaszenarien wird erwartet, dass der Stromanteil im Endenergieverbrauch von heute unter 30 % stark wĂ€chst (z. B. laut Studien von Eurelectric). Eurelectric - Powering People

Diese Studien stĂŒtzen die Annahme, dass der Stromverbrauch in Europa (EU) in den nĂ€chsten Jahrzehnten deutlich steigen wird — nicht linear, sondern getrieben durch die Umstellung von fossilen EnergietrĂ€gern auf Stromlösungen.

Die Studien gehen von einem Worst case von 120% und einem Best Case von 50% aus, also wÀre 80% ein plausibler Mittelwert.

Ich beneide Dich @Friedrich_Stockhamme , bei meinem verwinkelten Dach krieg ich leider keine PV Elemente sinnvoll rauf. Bin dafĂŒr jetzt einer Energiegemeinschaft beigetragen, auch das kann mithelfen:

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Wie sieht es mit Garagendach oder dem Zaun aus?
Hab schon Bilder von ZĂ€unen bestehend aus PV Modulen gesehen. Bei guter Ausrichtung wĂ€ren diese eher fĂŒr Winter optimal.

Wir haben einen wunderschönen gußeisernen Zaun der sicher schon 100 Jahre alt ist. Wenn ich damit PV Modulen drauf gehe hab ich die Scheidung :grinning_face_with_smiling_eyes:

Ob wir in Europa nun in den nĂ€chsten 5-20 Jahren 20% oder 400% mehr an elektrischer Energie brauchen werden, wir werden nicht darum herumkommen, das einfach zu versuchen, dass hin zubekommen. Wieviel wir tatsĂ€chlich benötigen werden, wird spĂ€ter erst ein Blick zurĂŒck in die Vergangenheit zeigen, die derzeit noch unsere Zukunft ist.

Ärmel hochkrempeln und anfangen und immer besser werden. Wo ein Wille, da ein Weg.

Und es ist dabei völlig unerheblich, ob die Technologien oder der Weg, der vor uns liegt, perfekt ist. Wir werden nicht perfekt und fertig geboren, sondern entwickeln und optimieren uns im Laufe unseres Leben. Und so wird es auch mi der Entwicklung unseres Bedarfes an MobilitĂ€t und Transport und den verwendeten Systemen sei: es lebt und wird sich entwickelt und auch die Holz- und Irrwege ĂŒberstehen, die natĂŒrlich gegangen werden.

Jeder von uns kann dafĂŒr etwas tun. Auch kleine Schritte:

  • weniger Energie verbrauchen, wie Werner es beispielsweise bei seinem Haus gemacht hat.
  • Energie effizienter werden
  • PV aufs Dach, an die wand, an den Gartenzaun, auf den Balkon, in den Garten
  • WĂ€rmepumpe (inkl. Klimaanlage) aufs Dach.
  • Verbrenner verschrotten und durch eBikes, eScooter, eMotorrĂ€der, eAutos, eBuss, eLKWs, Öffies, FahrrĂ€der oder Zufussgehen ersetzten.
  • Physische Logistikhubs (aka SupermĂ€rkte, Shoppping-Center) meiden und online bestellen und liefern lassen.
  • Uvm.

Und ja, die derzeitige Elektrifizierung wird nur ein Zwischenschritt sein. Denn die Revolution die uns bei den Öffentlichen-Massen-Verkehrsmitteln und den Robo-Taxis bevor stehen wird (auch im Warentransportbereich durch Lieferroboter oder Rohrpostsysteme) wird dazu fĂŒhren, dass der individuelle Besitz eines Verkehrsmittels unattraktiv wird. Das lĂ€sst sich statistisch schon seit einigen Jahren bei der jĂŒngeren (stadt-) Generation beobachten, die selbst gar keine Autos mehr besitzen, sondern sich, wenn es unbedingt sein muss, ein Uber rufen oder sich eines ausborgen.

BTW: Shopping als physisches Freizeiterlebnis und Ort der Begegnung der Menschen wird sich auch wandeln. Auch das ist bei jĂŒngeren Menschen zu beobachten. Daher befinden wir uns im gesellschaftlichen Umbruch und auf der Suche nach neuen Orten der Begegnung, die derzeit im Bereich Erlebnis gesucht werden.

FĂŒr Ă€ltere Menschen mag das alles widersinnig erscheinen, bedenken wir mal, wie sich unser eigenes Leben schon stark von denen unserer Eltern und Großeltern unterschieden hat und wie stark diese dagegen und es als Utopie verteufelt haben, was die moderne gebracht hat. Daran muss ich mich selbst immer wieder erinnern, wenn ich selbst mal die heutige Moderne verteufle und eine Kaskade von Bedenken, Mahnungen und Warnungen abschiesse und mit dem „FrĂŒher war alles besser“ abschließe.

Mit Annahmen ĂŒber Mittelwerte fĂŒr ganz Europa ist aber keine zukunftsichere und stabile Ernergieversorgung fĂŒr die Zukunft zu planen.
Es genĂŒgen bereits wenige Sekunden der Überlastung einer einzigen Leitung, um unter UmstĂ€nden in einer ganzen Region des Versorgungsbereiches die Lichter ausgehen zu lassen.
Meiner Meinung nach sollten die - auch nur “möglicherweise” erwartbaren – Maximalwerte des zukĂŒnftigen Bedarfes als Mindestwerte fĂŒr die Planung und den Bau von Anlagen fĂŒr die Energieversorgung im Verantwortungsbereich jedes Energieversorgunsunternehmens (bzw. Netzbetreibers) herangezogen werden.

Nur mit Durchschnittswerten dimensionierte Anlagen wĂ€ren jedenfalls den zukĂŒnftigen Anforderungen nicht gewachsen und schon zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme regelmĂ€ĂŸig ĂŒberlastet - denn das Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Erzeugung elektrischer Energie muss auch in Zukunft ĂŒberall und jederzeit in jeder Millisekunde - und nicht nur im Jahresdurchschnitt - an jedem Punkt des europĂ€ischen Verbundnetzes aufrecht erhalten werden.

Wir können ja gerne versuchen, die von mir hier in einem Beitrag weiter oben erwĂ€hnte “MlchmĂ€dchenrechung” auf Grundlage des österreichischen Gesamtenergieverbrauches gemeinsam zu aktualisieren.

Man muss mit AusfĂ€llen bei der Umstellung einfach leben. Das wird passieren. Das wird insgesamt nicht aufhalten. Fehler, AusfĂ€lle. Störungen, ÍrrĂŒmer gehören bei der Rechnikentwiichlung einfach dazu und mĂŒssen akzeptiert werden.

Ansonsten wĂŒrde man nach dem Motto „Wasch mich, aber mache mich nicht nass“ handeln.