Was meint ihr dazu ->> Das große mediale Schweigen über Javier Mileis spektakuläre Erfolge

Agenda Austria Das große mediale Schweigen über Javier Mileis spektakuläre Erfolge

Kann man den radikal Libertären Milei überhaupt nacheifern?
Wäre das in Europa überhaupt anwendbar? Meiner Meinung würde das unser sozialen Gefüge und unseren Wohlstand nachhaltig zerstören!

Eure Meinung dazu?

Allein die folgende Feststellung sollte schon genug über Agenda Austria und ihre Objektivität - oder ihre Kenntnis der politischen Machtverhältnisse in Österreich - aussagen :

Während sich Javier Milei in seinem politischen Tun stark an der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ orientiert, verkommt das Heimatland der „Austrians“ immer mehr zum sozialistischen Versuchslabor.

Wann hatten in Österreich “Sozialisten” zuletzt die alleinige Macht, um ein solches “Versuchslabor” ohne Mitwirkung anderer betreiben zu können ?
Wenn schon die Aussagen über Österreich so “daneben” liegen - bzw. tatsächlich falsch - sind , so düften die Aussagen über “Javier Mileis spektakuläre Erfolge” allein schon wegen der größeren Entfernung bis nach Südamerika noch mehr “daneben” liegen. Auswirkungen von Sparprogrammen und Förderungen schon nach einem Jahr (abschließend) beurteilen zu wollen, ist nur ein Hinweis auf fehlendes Verständnis der “Spezialisten” der Agenda Austria für die Komplexität von wirtschaftlichen/sozialen/ und politischen Zusammenhängen und vor allem auch für die zeitliche “Reichweite“ von Änderungen und bzw. von deren Auswirkungen .

Zudem scheinen diese erreichten Änderungen ( Verbesserungen ? ) nicht Ergebnis des verstärkten Einsatzes digitaler (oder anderer ) Technologien zu sein, sondern auschließlich auf die “Machtvollkommenheit” des Javier Milei und seiner Anhängerschaft zurückzuführen sein.

Wenn ich unseren Fokus im Verein und hier auf unserer Kommunikationsplattform richtig verstanden habe,
wollen wir uns primär mit (hauptsächlich digitalen) Technologien, ihren Anwendungen, ihren technischen Problemen, ihren Nutzen, ihren Folgen und Auswirkungen auf Staat, Gesellschaft und auch auf jeden Einzelnen von uns beschränken.
Auch dabei sind “Seitenhiebe” auf politische Gepflogenheiten bzw. politische Entscheidungen/”Erfolge” möglich und auch zu erwarten .
Diskussionen und Auseinandersetzungen über die “richtige” politische Richtung, erfolgreiche oder in Vergessenheit geratene Politiker werden an anderer Stelle schon genügend - und außerhalb von Parteipublikationen meist ohnehin ergebnislos und ohne Konsens “der Anderen” geführt.

1 „Gefällt mir“

Sepp Schellhorn verwendet in seinem Artikel bei Agenda Austria eine polemische und polarisierende Sprache. Dadurch sollte man sich nicht provozieren lassen: weder um ins Horn der Begeisterungsstürme zu stoßen, noch um die eigene Empörung zu eskalieren.

Man sollte sich die Situation in Argentinien schon detaillierter ansehen.

  1. Was war die Ausgangssituation in Argentinien und worin liegen die Unterschiede zu Europa?
  2. Worin unterscheiden sich die dortigen Maßnahmen von denen in Europa?
  3. Wie groß ist der Unterschied der Ergebnisse?
  4. Welche Nebenwirkungen haben die Maßnahmen und wären in Europa hinnehmbar?
  5. Was kann man aus der Entwicklung in Argentinien lernen und wodurch könnte man sich inspirieren lassen?

Bei Vergleichen von Zahlen bin ich immer etwas vorsichtig, wenn Prozentangaben genannt werden. Denn die Bezugsgrößen können mögliche Interpretationen stark beeinflussen.

5% gesteigerte Wirtschaftsleistung klingt nach viel gegenüber den Prognosen für Österreich (-0,3…+1,5%).

Jedoch lag das BIP/Kopf in Argentinien 2024 bei 13.800 USD/Kopf, das in Österreich bei 57.400 USD/Kopf. Also das 4-fache. Klar, dass es in Argentinien dann leichter ist, 5% zu wachsen (690 USD/Kopf). In Österreich wären das 1,2%.

1 „Gefällt mir“

Jeder, der mal seine Wohnung renoviert hat, weiß, dass die Bauphase dazwischen recht uncomfortable werden kann. Ein Leben in einer Baustelle kann recht unbequem werden. Aber man nimmt es hin, beißt sich durch, denn anschließend erfreut man sich am schöneren Wohlgefühl.

Analog ist es bei politischen Maßnahmen. Es kann in den Übergangsphasen für einige Menschen unschön werden.

Wir beobachten gerade aktuell in der Politik und in den Unternehmen einige Bewunderungen für „Macher“, die „Durchsetzungsstark“ für große Veränderungen sorgen. Die Liste dieser modernen Helden ist lang: Trump, Musk, Putin, Millei, …

Dahinter steht die Vorstellung, dass man die Menschen zu ihrem Glück zwingen müsse und einige Menschen „Opfer bringen“ und das „Leid ertragen“ müssten.

Hauruck! Zwang! Gewalt!

Ich frage mich aber, wie solche Handlungen auf politischer oder unternehmerischer Ebene in freien und demokratischen Staaten überhaupt hinnehmbar sind und wieso einzelne überhaupt legitimiert sind, Entscheidungen über andere zu treffen.

So stellen in Deutschland gerade junge Menschen die Frage, inwiefern eigentlich die ältere Generation dazu legitimiert sei, darüber zu entscheiden, die jungen Menschen zum Wehrdienst zu zwingen?

In Demokratien ist es üblich, davon auszugehen, dass die Mehrheit das Recht hat, die Entscheidung zu treffen. Aber es ist auch üblich, dass nicht unbedingt gegen die Mehrheit der Betroffenen zu tun. Denn ansonsten müssten die Entscheidungen mit Gewalt gegen die Betroffenen umgesetzt werden. Denn ebenso, wie die jungen Menschen sich auflehnen, dass über ihren Kopf etwas entschieden wird, würden sich die Pensionis:tinnen empören, wenn die Nicht-Pensionist:innen darüber bestimmen würden, dass sie keine Pensionserhöhung bekommen und zudem zu einem Jahr kostenloser Zwangsarbeit (Soziales Jahr) verpflichtet würden.

Gute Führungskräfte wissen, dass sie nicht gegen die Betroffenen arbeiten können. Es ist wichtig, die Menschen einzubeziehen und sie für eine Sache zu gewinnen, so dass sich sie freiwillig entscheiden, mitzumachen. Und dann wird es mit der Umsetzung viel leichter.

Wenn man bei der Wohnungsrenovierung alle Betroffenen mit einbezieht und alle dem Umbau und den Maßnahmen zustimmen (oder Consensieren), sind alle bereit, die unbequeme Zwischenphase hinzunehmen und mit anzufassen.

Denn in einer demokratischen Gesellschaft sollte Zwang nun wirklich nicht an der Tagesordnung sein. Das sollten wir ein „Privileg“ der Diktaturen sein lassen.

Werner?

1 „Gefällt mir“

Direkt und indirekt haben solche Vorgänge in der Welt Einfluss auf “unsere“ Demokratie, gesellschaftlichen Wandel, Bildung. Man kann das kaum sinnvoll trennen.

Wenn man in Soziale Medien so mit liest betreiben etliche Rosinen picken und wollten das auch bei uns umsetzten. Fans von Milei, Trump, Orban, Erdogan, Xi, Putin, usw. (um nur einige auf zu zählen) gibt es auch bei uns.

Man muss sich nur in der Fangruppe von rechts und links Außen umhören.

Es kann Zustimmung nicht nur durch “Begeisterung” oder “Gewalt” ( ohne Mitwrkung von Betroffenen - “über ihre Köpfe hinweg” und vielleicht sogar mit gewaltsamer Unterdrückung von Protesten) erreicht werden.
Es gäbe ja noch die - offenbar leider nur theoretische - Möglichkeit, die Zustimmung zu “unangenehmen” Entscheidungen durch Verständnis und Wissen über die “Vor- und Nachteile” allfällig möglicher Alternativen zu erreichen.
Die Zustimmung durch “Begeisterung” der dafür erforderlichen Mehrheit erreichen zu wollen, würde im historischen Rückblick von vormals “Begeisterten” dann später velleicht als “Verführung” beurteilt werden müssen, weil vielleicht niemand ihnen allfällig mögliche Alternativen aufgezeigt und auch deren Vor - bzw Nachteile objektiv dargestellt hat oder diese Begeisterten solche Darstellungen wegen ihrer damaligen Begeisterung oder ihrem dafür nicht ausreichenden eigenen Wissen gar nicht gegeneinander abwägen konnten.

1 „Gefällt mir“

Der AA-Artikel blendet die sozialen Kosten der Schocktherapie aus: den vorübergehenden Armuts-Sprung auf ~53 %, sinkende Reallöhne und Jobqualität, zehntausende Entlassungen, eingefrorene Pensionen/Universitäten, gestoppte Infrastruktur sowie anfängliche Mietschocks trotz späterem Angebotsplus. Ebenfalls fehlen Risiken und Kontext: ungleiche Erholung, mögliche Überbewertung des Peso, fragliche Dauerfinanzierung geplanter Steuerstreichungen/Privatisierungen und die weiterhin hohe (teils verdeckte) Prekarität.

1 „Gefällt mir“

Der Artikel der AA grenzt an Fake News. Das ist demokratiepolitisch wichtig, darüber zu reden.

1 „Gefällt mir“