Werden manche Kunden beim Stromtanken an der Ladesäule über den Tisch gezogen?

Laden von E-Autos soll künftig einfacher und transparenter werden. Auch für all jene, die nicht mit Smartphone und App ausgerüstet sind

https://www.derstandard.at/story/3000000288064/werden-manche-kunden-beim-stromtanken-an-der-ladesaeule-ueber-den-tisch-gezogen

( Link nach getragen , ist mir zunächst “verloren” gegangen )

Das Doppelte und Dreifache an der gleichen Ladesäule sei keine Seltenheit, moniert Peter. 50 Cent pro Kilowattstunde (kWh) hält er für einen guten Preis, 80 Cent seien aus seiner Sicht zu viel. Tatsächlich variieren die Preise zwischen 38 und 87 Cent. Dazu können Grundgebühren oder Kartenkosten kommen.

Es sind zwar Fix-Kosten (Grundgebühren, Kartenkosten) in obigen Preisen an Ladeplätzen noch nicht enthalten aber :
Mehr als 1 Euro je Kilowattstunde wird unter Berücksichtigung dieser Fix-Kosten vermutlich nicht erreicht werden.
Kleine Privathaushalte (mit fast keinem Verbrauch an elekrischer Energie) zahlen aber regelmäßig mehr als 1 Euro je Kilowattstunde (inklusive aller Fix-Kosten) da offenbar dann (verbrauchsunabhängige) Fixkosten überwiegen - ohne dass solche Preise jemand als “zu hoch” bezeichnen würde.
Soziale Gerechtigkeit - oder auch nur “gerechte” Aufteilung der Infrastrukturkosten entsprechend der Intensität ihrer Inanspruchnahme (benötigte Leistung und bezogene Menge) kommt mit solcher Preisgestaltung jedenfalls nicht zum Ausdruck und Energieeinsparungen würden damit sogar durch höhere (anteilige Fix-) Kosten je Kilowattstunde “bestraft” werden.

Also ich bezahle als Kleinstabnehmer fürs öffentliche E-Laden 38 Cent pro kWh bei Wien-Energie (Tarif Tanke kWh Start). Und ohne Abnahmeminimum (es geht runter bis 29 Cent für fixe monatliche Minimumabnahmemengen). Ja, wenn ich bei anderen Anbietern mit meinem Wien-Energie Account “roame” wird’s mehr - bis ca. 60 Cent. In den 38 Cent sind übrigens auch die allfälligen Parkgebühren bei der Ladesäule in Wien inkludiert. Ich sehe da KEINE Abzocke oder Ungerechtigkeit.

Das Problem beim e-Laden ist die relativ lange Blockadezeit der öffentlichen Ladesäulen und damit der geringe Umsatz. Benzin volltanken geht in wenigen Minuten - ein etabliertes Finanzmodell, selbst wenn durch den sinkenden Umsatz Tankstellen schließen. Laden dauert 1/2h (Schnelladen) bis zu 4h (11kw Ladesteckdosen). Bei meinem Auto ist dies eine Umsatz von 5 EUR in 2h Ladezeit. DAS ist das e-Ladeproblem. Es gibt z.B. in Alterlaa (da wohnen ca. 10.000 Leute) EINE Schnelladesäule für alle, und es wird auch keine weitere gebaut. Stattdessen wurde gerade die Zufahrtsstrasse rückgebaut + Parkplätze/potentielle Lasesäulenplätze einem unnötigen Radweg+Grünstreifen geopfert. Selbst wenn der Wohnpark Alt-Erlaa mitten in einem Park liegt, wir brauchen da keinen zusätzlichen kleinen Grünstreifen, aber U6 Park&Ride Plätze für die Leute aus dem sehr weitläufigen 23. Bezirk, Ladesäulen,…

Private Ladestationen in der eigenen Garage sind ein anderes Thema.

2 „Gefällt mir“

In meinem Kommentar zu diesem Artikel habe ich nicht “Ungerechtigkeit” an den Ladestationen ( wenn manche 38 Cent zahlen, andere aber 87 Cent pro Kilowattstunde zahlen müssen) gemeint, sondern von mir so empfundene Ungerechtigkeit bei Bezug von elektrischer Energie für den Verbrauch in Wohnungen, die für die gleiche Kilowattstunde bei sehr geringem Verbrauch sogar mehr als 1 Euro (> 100 Cent, um den Unterschied auch als Zahl deutlicher darzustellen) zahlen müssen.
Ja, der Netzausbau kostet, die Produktionskosten für elektrsiche Energie sind auch von den Gaspreisen , bzw. den Kosten von in Reserve (Hot-Standby) zu haltenden Gaskraftwerken abhängg und auch für die Bereitstellung eines Anschlusses an das öffentliche Energieversorgungsnetz und die dafür erforderlichen Zähleinrichtungen fallen Kosten an - aber dieser Aufwand steht hinter den Kalkulationen des Preises für jede gelieferte Kilowattstunde - unabhängig von der Art des Endverbrauchers, ob zum Antrieb von Fahrzeugen oder für den Verbrauch in Wohnungen. Vermutlich sind die Kosten eins Anschlusses einer Ladestation - allein schon wegen des viel höheren Leistungsbedarfes umd der auch viel höheren Kosten für die Zähleinrichtungen und die Inkassomöglickeiten an Ladestationen - sogar wesentlich höher, als für Wohnungsanschlüsse, trotzdem sind die Gesamtpreise (variable + fixe Kosten ) je Kilowattstunde an Ladestationen wesentlich niedriger, als in Wohnungen mit sehr geringem Verbrauch.
Nur das - diesen Preisunterschied zwischen Ladestationen und Wohnungen - habe ich mit “Ungerechtigkeit” gemeint.
Damit “subventuionieren” also Mindestpensionisten die Elektromobilität.

1 „Gefällt mir“