Wie gut ist Wien auf einen Blackout vorbereitet?

Das Wiener Stromnetz gilt als eines der sichersten Europas, dennoch warnen Fachleute vor einem falschen Gefühl der Sicherheit. Internationale Blackouts zeigen, wie schnell Systeme kippen können

https://www.derstandard.at/story/3000000303295/wie-gut-ist-wien-auf-einen-blackout-vorbereitet

Der Anschlag in Berlin traf eine besonders sensible Stelle im Stromnetz, entsprechend aufwendig gestaltete sich die Reparatur.

Durch - tatsächlich - technische Störungen ausgelöste, nicht mehr beherrschbare, Netzinstablitäten (zwie z.B. zuletzt in Spanien), schwerwiegende Unfälle , Anschläge und Kriegshandlungen - auch irgendwo außerhalb Österreichs - könnte es bei uns jederzeit zu großflächigen - und auch lange anhaltenden - Ausfällen kommen.

Nicht jeder Stromausfall ist ein Blackout, es gilt zwischen drei Stufen zu unterscheiden.

Für die von einem Stromausfall Betroffenen ist diese Unterscheidung aber irrelevant.
Für sie wird jeder Stromausfall zum “Blackout”, wenn Niemand ( nicht die Nachbarn nicht das Nachbarhaus, keines der Unternehmen/Geschäfte der einsehbaren oder zu Fuß erreichbaren Umgebung ) elektrische Energie aus dem öffentlichen Energieversorgunsgnetz erhalten kann - selbst wenn die Stromversorgung des Nachbarbezirkes gar nicht von diesem Ausfall betroffen wäre.

Bei einer Strom-Mangellage steht insgesamt zu wenig Strom zur Verfügung, weshalb größere Regionen stundenweise abgeschaltet werden müssen.

Seit flächendeckender Ausrüstung aller Verbrauchstellen mit Smart-Metern , statt der ursprünglichen analogen elektromechanischen Stromzähler, sollte es doch nun möglich sein, jeden einzelnen Verbraucher ferngesteuert abschalten (bzw. auch wieder einschalten) zu können. Im Falle von “Strom-Mangellagen“ wäre es damit nun erstmals - wie für Telefonkunden im vormaligen analogen Telefon-System bis Mitte der 80 er Jahre - möglich, nicht alle Netzanschlüsse/Verbraucher in einer Region abzuschalten, sondern nur gezielt bestimmte Verbrauchergruppen (mit hohem Verbrauch oder geringer “System-Relevanz” - z.B. für die Aufrechterhaltung einer Grundversorgung ) abzuschalten. Diese Fernschltbarkeit der bei östereichischen Verbrauchern installierten Smart–Meter soll ja der wesentliche Funnktionsunterschied zu den in Deutschland installierten Smart-Metern sein.
Als Vorbereitungsmaßnahme für den Ernstfall größerer Abschaltungen mussütten alledings diese Verbrauchergruppen und ihre Versorgungs-Priorität bereit sjetzt definiuert sien - und die jeweilige Priorität (und due damit verbundene Folgen im Störungsfall) auch allen Verbrauchern mitgeteilt werden. Mir ist alledings nicht bekannt, ob überhaupt jemals schon irgendwo Überlegungen über solche unterschiedlich zu priosisierenden Verbrauchergruppen angestellt worden wären.

Experten schätzen einen Blackout grundsätzlich als unwahrscheinlich ein, die Beispiele aus Berlin und der Iberischen Halbinsel 2025 unterstreichen aber, wie drastisch die Folgen sein können.

Diese “Experten” (oder nur der Autor dieses Artikels ? ) vergessen aber schon wieder, dass gringe Wahrscheinlichkeiten gar nichts über den Zeitpunkt des Eintretens eines einzelnen Ereignisses aussagen -jedes Glückspiel würde damit regelmäßig zum Verlustgeschäft für den Glücksspielbetreiber werden, wenn der Zeitpunkt des Eintretens eines einzelnen Ereignisses tatsächlich berechnet werden könnte .

die Regulierungsbehörde E-Control bescheinigt den Wiener Netzen eine Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent.

Diese Aussage erlaubt aber keinerle Schlußfolgerungen über Zeitpunkt und Ausmaß eines einzelnen zukünftigen Ausfalles.

„Im Schnitt sind nach einem Stromausfall innerhalb von 90 Minuten alle wieder versorgt“, sagt Sprecherin Gutenbrunner.

Auch in diesen (durchschnittlichen) 90 Minuten einrs Stromausfalles könnten überaus unangenehme Folgen aufreten - von einem Stolpern in einem dann plötzlich dunklen Stiegenhaus bis zu einem medizinischen Notfall - vielleicht in den oberen Stockwerken eines Wohnhochhauses, in dem dann auch Aufzüge nicht mehr benützt werden könnten.

Die Wiener Netze erwähnen gerne, dass es pro Netzkunde jährlich lediglich zu Versorgungsunterbrechungen von rund 21 Minuten kommt. Laut Saurugg ist das für den Ausbau des Vertriebsnetzes ein Top-Wert, es sagt aber nichts über die Systemstabilität aus.

Vor einem Jahr stellte der Rechnungshof (RH) Österreich kein gutes Zeugnis für die Blackout-Prävention aus. Es fehle ein gesamtstaatlicher Plan zur Information und Kommunikation.

Auch die Treibstoffversorgung für Einsatzfahrzeuge und Aggregate wird in eigenen Übungen abgesichert.

Durch österreichweit nur 4 Tankstellen (zumindest vor noch einigen Jahren), deren Treibstoffpumpen über lokalen Notstrom mit elektrischer Energie versorgt werden können, die im Falle eines Stromausfalles aber auch nur solange Treibstoff abgeben können, solange das Kassier-System dieser Tankstellen -mitsamt der dazu vielleicht benötigten Kommunikation zu Zahlungsdienstleistern (bzw. der Unternehmenszentrale)- noch in Betrieb gehalten werden kann ?

Als den häufigsten Fehler im Krisenmanagement nennt Kneisl „unnötige zeitliche Verzögerungen“, diese ließen sich aber durch automatisierte Abläufe nach einer fundierten Lageeinschätzung gut verhindern.

Wenn diese (mit technischen Einrichtungen ?) “automatisierten Abläufe” auch selbst duch diesen Stromausfall gestört wären - was dann ?

Besonders wichtig sei es, vulnerable Gruppen wie ältere, pflegebedürftige und armutsbetroffene Menschen systematisch in Krisenpläne einzubeziehen.

Wenn diese selbst nicht mobil sind - nicht selbst (bzw. ohne Hilfe) gehen können - und vielleicht in einem höheren Stockwerk wohnen, dann muss dieses Wohngebäude gar kein Hochhaus sein, um durch einen längeren Stromausfall (ohne dann noch nutzbaren Aufzug) für sie gefährliche bis lebensbedrohliche Situationen herbeiführen zu können.

Ziel all dieser Maßnahmen ist es, die Einsatzfähigkeit der Stadt auch bei einem länger andauernden Stromausfall aufrechtzuerhalten, kritische Versorgung sicherzustellen und die Auswirkungen für die Bevölkerung möglichst gering zu halten.

Grundsätzlich raten Experten der Bevölkerung, im Fall des Falles in den eigenen vier Wänden zu bleiben.

Wenn die Wsserversorgung in höheren Stockwerken und auch die Entsorgung der Fäkalien nicht mehr funktionieren sollte ?
Wenn die dezentrale Betreuung Pflegebedürfiger/Kranker in ihren Wohnungen gar nicht mehr möglich sein sollte?

Der öffentliche Verkehr wird in Wien am ersten Tag eingestellt, spätestens ab dem zweiten Tag gibt es einen Notbetrieb mit Bussen – U-Bahn und Straßenbahn funktionieren ohne Strom nicht.

Bei “willkürlicher” Einstellung des öffentlichen Verkehrs im Falle eines großen Stromausfalles, würde es dann bereits an diesem ersten Tag zu noch vermeidbaren anarchischen Zuständen - durch undisziplinierte, wütende. verzweifelte Fahrgäste - kommen.
Immerhin würde es zu Fuß deutlich mehr als drei Stunden dauern, um vom Süden in den Norden von Wien (bzw umgekehrt) zu kommen - und fast jeder hat - gerade auch in solchen Katastrophensituationen dann tasächlich dringende Gründe ( z.B. Kinder aus dem Kindergarten holen , alte Pflegebedürftige daheim versorgen ,.. ) möglichst schnell wieder nach Hause zu kommen.
Hinzu kommmt, das ein “echter” Blackout möglicherweise erst nach vielen Stunden als Blackout erkennbar werden könnte, weil zunächst wegen mangelhafter Detailinformationen - auch bei Einsatzkräften und Behörden - die Hoffnung bestehen könnte, das es sich doch “nur” um einen zwar großen, aber bald wieder behobenen, Stromausfall handeln könnte.

80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sind ihrer Meinung nach auf einen Stromausfall gut vorbereitet, vor allem die 60- bis 65-Jährigen sind zuversichtlich.

Vermutlich wird aber bei den meisten dieser 80 % Östrreicher dann ihre Türklingel am Haustor/Gartentor und die Türschließanlage am Haustor auch nicht mehr funktionieren - daran denkt sicher niemand . Für Hilfskräfte könnten daher ganz simple Haustore im Falle eines Stromausfalles schon zum ersten Hindernis beim Zugang zu Hilfsbedürftigen in Wiener Wohnhäusern werden.

Experten und Zivilschutzorganisationen empfehlen, sich für mindestens 14 Tage mit dem Notwendigsten versorgen zu können: Lebensmittel, Trinkwasser, Koch-Utensilien, Erste-Hilfe-Ausrüstung, Medikamente.

In - aus Kostengründen - immer kleiner werdenden Wohnungen, und daher zumeist fehlendem Lagerraum ( z.B. auch für die sichere Lagerung des Brennstoffes für die Kochuntensilien), wird dies für viele Wohnungsnutzer oft gar nicht möglich sein.
Normales Trinkwasser bei sommerlichen Umgebungstemperaturen von mehr als 30°C wochenlang zu lagern - und dann im Ernstfall auch noch trinken zu wollen - kann selbst schon zu gesundheitlichen Gefahren führen.

Dank der Hochquellleitungen sind 95 Prozent der Haushalte aber auch bei einem Blackout mit Trinkwasser versorgt. Innerhalb des Wiener Gürtels gilt das für Haushalte bis zum sechsten Stock, außerhalb des Gürtels bis zum fünften Stock.

Obwohl damals - anlässlich der Planung der 1. und 2. Wiener Hochquellen-Wasserleitung (https://de.wikipedia.org/wiki/I._Wiener_Hochquellenleitung ) noch niemand an “Blackout “ denken konnte, weil es elektrische Energie damals - in der heute gewohnten Verbreitung - noch gar nicht gegegeben hat, hilft uns diese damalige Entscheidung noch heute - auch in Krisenfällen.

Aus Sicht eines Wieners existiert Katstrophenvorsorge der Gemeinde Wien gar nicht, oder es werden die im Krisenfall (z.B. eines großen Stromausfalles) vorgesehenen Maßnahmen sehr gut geheim gehalten - so gut, dass die Wiener gar nicht wissen , dass es solche überhaupt gibt.
Bleibt nur zu hoffen , dass die Behörden wenigstens wissen, was sie im Krisenfall zu tun haben, bzw. im Falle des Ausfalles der Versorgung mit elektrischer Energie, dann überhaupt noch tun können - und sich dann nicht wundern müssen, warum die Wiener für diese Maßnahmen dann kein Verständnis aufbringen können und sich daher vielleicht auch nicht kooperativ verhalten werden.

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