Wir nehmen als Menschen an, dass es „die Wirklichkeit“ gibt.
Also etwas, das real als Wirklichkeit definiert ist. Alle die etwas anderes als Wirklichkeit betrachten, als wir selbst - sind entweder Idioten, bilden sich etwas sein, oder leiden unter Wahnvorstellungen.
Das fĂĽhrt auch dazu, dass oft (auch hier im Forum) ĂĽber Dinge als absolut diskutiert wird.
- das ist so.
- das geht nie.
- die Welt ist eine flache Scheibe.
In meinem Studium ist mir ein Interview mit Paul Watzlawick untergekommen, der vom Begriff Wahrheit und Wirklichkeit sagt, dass er weder mit dem einen, noch mit dem anderen Begriff als ein fĂĽr alle mal klare Sache arbeitet.
Paul Watzlawick (1921–2007) war ein einflussreicher, österreichisch-US-amerikanischer Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut und Philosoph. Als prägendes Mitglied der berühmten „Palo Alto Gruppe“ am Mental Research Institute revolutionierte er mit seinen Theorien zur menschlichen Interaktion, der systemischen Familientherapie und dem radikalen Konstruktivismus die Psychologie
Die Epistemologie (synonym Erkenntnistheorie) ist ein Kernbereich der Philosophie, der sich mit der Natur, den Quellen und den Grenzen von Wissen und Erkenntnis befasst**. Sie klärt die grundsätzliche Frage, was Wissen überhaupt ist, wie wir es erlangen und unter welchen Bedingungen wir etwas sicher als „wahr“ bezeichnen können.
Der Konstruktivismus ist eine philosophische und psychologische Erkenntnistheorie. Sie besagt, dass der Mensch die Welt nicht objektiv abbildet. Stattdessen konstruiert und interpretiert unser Gehirn die Wirklichkeit aktiv selbst – auf Grundlage unserer individuellen Erfahrungen, unseres Vorstands und unserer Wahrnehmung.
Das spannende dabei ist, dass Menschen aktiv nach Belegen für ihre Überzeugung suchen. Belege für die eigene Meinung werden oft als „wahr“ eingeordnet und abweichende Belege oft abgelehnt (heute würde man Fake News sagen - also alles was meinem Weltbild widerspricht). Wenn also jemand in seiner Wirklichkeitskonstruktion von etwas überzeugt ist, ist es schwierig jemanden von seiner Überzeugung abzubringen. Das gelingt nur, wenn der Mensch erkennt, dass seine eigene Erklärung, sein eigener Denkrahmen nicht mehr dazu taugt, die Welt damit zu erklären.