Wiederkehr: "Biologie, Chemie und Physik könnte man gemeinsam in einem Fach unterrichten"

Die Regierung plant ein gemeinsames Fach „Medien und Informatik“, Bildungsminister Christoph Wiederkehr kann sich auch weitere Bündelungen vorstellen

https://www.derstandard.at/story/3000000300894/wiederkehr-biologie-chemie-und-physik-koennte-man-gemeinsam-in-einem-fach-unterrichten

So kann man zwar den Mangel an einschlägig ausgebildeten Lehren für diese Fächer verschleiern, aber sicher nicht das Interesse/Wissen von Schülern für/über den MINT- Bereich ( MINT-Fächer – Wikipedia ) fördern. Die Absolventen solcher Kurzausbildungen werden dann noch häufiger Fake-Meldungen über technische Innovationen “auf den Leim gehen”, für die vielleicht erst die Physik bzw. Thermodynamik neu erfunden werden müsste, um ihnen auch zum “Marktdurchbruch” verhelfen zu können.

Und mit einem gemeinsamen Fach „Medien und Informatik“ wird weder im einem Bereich , noch im anderen Bereich , ausreichend Zeit für die Wissenvermittlung und Reflexion dieses Wissens bleiben - zumal diese Bereiche auch inhaltlich keinerlei Überschneidungen haben.

Mit “verstärktem Unterricht” hat die Zusammenlegung von Fächern jedenfalls gar nichts zu tun. Sie hat aber sehr viel mit Lehrermangel, Platzmangel für den Unterricht von mehr Fächern in dafür geeignet ausgestatteten Räumen und vor allem auch mit viel zu kurzer Schulzeit zu tun, um während dieser Zeit die - auch in den Grundschulen immer umfangreicher und spezifischer werdenden Lehrpläne auch noch halbwegs sinnvoll den Schülern vermitteln zu können.

  • Und fĂĽhrt damit dann zu immer mehr Absolventen solcher Grundschulen, die nicht ĂĽber ausreichende Grundfertigkeiten ( “Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen” ) verfĂĽgen, um auch nur irgendeine weiterfĂĽhrende Schule erfolgreich absolvieren oder eine Lehre antreten zu können.

Fachübergreifend denken wäre eigentlich der Weg zum Erfolg!

“Fachübegreifendes Denken” ist aber est nach Vorliegen eines dafür ausreichenden Grundwissens über jedes dieser Fächer möglich.
Denn woran sollte jemand bei solchen Bezeichnungen denken, der z.B. von “Thermodynamik” oder vielleicht auch “Entropie” noch gar nie gehört hat ?

Zwei Mausklicks weiter

Was ich damit andeuten will, wer sich fĂĽr ein Fachthema interessiert wird immer Wege finden seinen geistigen Horizont zu erweitern!
Wer kennt z.B. die Physik Beiträge von Josef M. Gaßner
https://www.youtube.com/@UrknallWeltallLeben/videos

Sein Beitrag über Tensor ist hoch interessant - auch wenn ich kein Dr. in Mathematik bin, so bekommt man zumindest eine Ahnung von Teilchen- und Astrophysik und deren Mathematik dahinter - hängt ja strikt zusammen!

Allgemeine Relativitätstheorie • Tensor • Feldgleichung • Stringtheorie (18) | Josef M. Gaßner
https://www.youtube.com/watch?v=keQUeGEkCtQ

Dass man (“….wer sich für ein Fachthema interessiert….”) sich ja auch für andere “Fachthemen” interessieren könnte, halte auch ich für möglich und wünschenswert.
Dazu müsste “man” aber erst wissen, welche andere “Fachthemen” es gibt, und was Inhalt dieser Fachthemen ist, für die man sich später auch interessieren könnte .

Unter “man” sind hier aber Kinder bzw. Jugendliche innerhalb ihrer Schulpflicht ( jünger als 15 Jahre gemeint ) von denen - abhängig von den privaten Interessen, den beruflichen Qualifikationen und der ihren Kindern gewidmeten Aufmerksamkeit/Zeit ihrer Eltern/Verwandten – wohl erst nur nur wenige überhaupt Kenntnis über die Existenz anderer Fachbreiche haben - für die sie sich, neben ihrer möglichst erfolgreich zu absolvierenden Schulausbildung und neben eigenen anderen Interessen ( z.B.Aktivitäten mit ihren Freunden , in Sport- oder Musik-Vereinen, …. ) auch noch “interessieren” könnten.
Nachdem selbst viele ( die meisten ?) Erwachsen kein Informationen/Kenntnisse über/aus Fachbereichen haben, die für die eigene Meinungsbildung dieser Erwachsenen zu aktuellen wirtschaftlichen/technischen/politischen Problemen jedenfalls erforderlich wären (um z.B. nicht so leicht durch Werbung, Fake-Meldungen oder politische Propaganda manipuliert zu werden) , wieso sollte mann das dann von Kindern und Jugendlichen erwarten können - wenn diese Fachbereiche ihnen ncht irgendwannn im Laufe ihrer Schulausbildung auch tatsächlich näher gebracht werden können ?

ZurĂĽck zur Philosophie als Universallehre.

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Die letzten Universalgelehrten liegen schon ein paar Jährchen zurück, … hunderte Jährchen …
Kein Mensch kann heutzutage alles Wissen in sich vereinen.
Nicht einmal in den Bereichen
Medizin, Pharmazie, Biologie - angeschlossen Chemie
Physik mit Astronomie, Astrophysik, Teilchenphysik - angeschlossen Mathematik
IT - von Hard bis Software, Entwicklung von CPU, GPU, Chipsätzen …..
Einfach unmöglich!
Was möglich ist, ein Überblickswissen und gute Kontakte zu Menschen der einzelnen Bereiche!
Beispiel aus moderner Medizin - MRT, CRT, MedAustron, usw. DAS berĂĽhrte ALL diese Bereiche!

Jep. Und selbst ein einem der Teilbereiche der Fachgebiete kann es schnell sehr umfangreich werden. Eigentlich kannst du nur noch ein paar Methoden (Lernen, Recherchieren, Analysieren, …), ein paar Fachbegriffe und ein paar oberflächliche Zusammenhänge lernen und Dir einen Überblick verschaffen und dann ist ohnehin Sense. Dann stehst Du schon kurz vor der Schwelle zum Expertentum.

Physik, Chemie, Biologie zusammenlegen.
Vielleicht sollte der Herr Bildungsminister sich zuerst über die bestehenden Lehrpläne informieren. Im BHS-Bereich sind Physik und Chemie schon seit Jahre zusammengelegt: Gegenstand Naturwissenschaften. Hat ihm das keiner gesagt? Biologie kommt (in den meisten Ausbildungsrichtungen) nicht vor. Auch andere Gegenstände wurden zusammengelegt, zum Beispiel Wirtschaft und Recht.

Erkenntnisse aus etwa 40 Jahren Lehrertätigkeit:

  • Wird so ein Gegenstand von einem Lehrer unterrichtet, unterrichtet er meistens sein Gebiet - das andere läuft nebenbei.
  • Wird ein Kombinationsgegenstand von zwei Lehrern unterrichtet, unterrichtet jeder seinen Teil. FächerĂĽbergreifende Inhalte? Na ja. Bei der Notengebung wird das arithmetische Mittel genommen, was bei einer metrischen Skala in Ordnung wäre, bei einer Ordinalskala aber statistischer Unsinn ist. (Diese Tatsache dĂĽrfte bei pädagogischen Studien ein unbekanntes Thema sein.)
  • Wenn im Zug einer Lehrplanänderung Stunden gekĂĽrzt werden (Beispiel unter Ministerin Gehrer klassischer Orwellscher Neusprech: Entlastungsverordnung) oder neue Gegenstände eingefĂĽhrt werden, bieten sich Gegenstände mit größerer Stundenzahl zum KĂĽrzen an.

Minister werden ist nicht schwer, Minister sein dagegen sehr - frei nach Wilhelm Busch.

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Man sollte meinen, dass es wenigstens in den Ministerbüros oder den ohnehin aus staatlichen Mitteln finanzierten Universitäten bzw. Forschungseinrichtungen es Wissende geben könnte, auf deren Rat ein Minister vielleicht mehr hören sollte , als auf irgendwelche politische Einflüsterer oder Lobbyisten internationaler Konzerne.

Im Rahmen der Schulpflicht kann/darf ohnehin niemand die Heranbildung von “Experten” erwarten.
Es wäre aber für die erfolgreiche - und individuell zufriedenstellende - Wahl des weiteren Bildungs- ( bzw Ausbildungs-) Weges jedes Schülers sicher zielführend, zumindest über einige Wissens- ( bzw. Fach- Bereiche ) soweit Informationen erhalten zu können, um sich (als Schüler) dafür interessieren - vielleicht sogar begeistern - zu können , um nach Ablauf der Schulpflicht dann (als Schüler !) sagen zu können, “das interessiert mich , das will ich weitermachen” - unabhängig , ob in Form einer Handwerksausbildung, weiterführender höherer Schulen oder eines späteren Studiums.