Prof. Jansen beschreibt, was wir hier auch schon diskutiert haben:
Prof. Dr. Stephan A. Jansen ist ein deutscher Wissenschaftler, Hochschullehrer, Autor und Berater mit Schwerpunkt auf Management, Innovation, Digitalisierung, urbane Mobilität, Gesundheit und Organisations‑ und Führungstheorien. Er ist international in Forschung, Lehre und Beratung aktiv.
BRAND EINS hat folgenden Post auf LinkedIn mit Verweis auf den Artikel in der neuesten Ausgabe gepostet:
Es bahnt sich ein gewaltiges Paradoxon auf dem Arbeitsmarkt an: Wir brauchen händeringend Fachkräfte, verbauen dem Nachwuchs aber durch KI-Technologie den Einstieg.
Der Management-Professor Prof Dr Stephan A Jansen bringt es in unserer aktuellen Ausgabe auf eine harte These: „Aktuell bilden wir für Arbeitslosigkeit aus.“
Laut Jansen belegten Dutzende Studien den sogenannten „Entry-Level-Gap“. Künstliche Intelligenz frisst derzeit massiv die klassischen Junior-Aufgaben in den Unternehmen. Marktrecherchen, Code-Snippets, Vertragszusammenfassungen – all das, woran junge Akademikerinnen und Akademiker früher in ihren ersten Berufsjahren das Handwerk gelernt haben, übernehmen heute bereits KI-Agenten. Die Folge: Betriebe sparen sich die Einsteiger.
Gleichzeitig züchten unsere Universitäten und Schulen weiterhin den falschen Typus heran, kritisiert Jansen. Durch den Fokus auf Lehrbücher und Auswendiglernen bildeten wir junge Menschen zu „menschlichen Algorithmen“ aus. Doch wer in Zukunft bestehen wolle, braucht keine pure Wissensanhäufung mehr, sondern Urteilskraft, Kreativität und soziale Resilienz.
Wenn, wie eine McKinsey-Studie vorrechnet, bald 57 Prozent der menschlichen Arbeitsstunden in den USA durch KI und Robotik ersetzt werden könnten, muss sich der Mensch auf das konzentrieren, was nicht maschinenlesbar sei.
Wie Jansen das Bildungssystem und die duale Ausbildung radikal umbauen will, lest ihr im ganzen Essay in der neuen brand eins: https://lnkd.in/da_RXqCN
Könnte vielleicht gerade diese Erwartung auch eine der Ursachen für fehlende Fachkräfte in vielen Berufen sein ?
Die Annahme, dass durch KI-Einsatz „überall“ tatsächlich jene Personal- und Kosteneinsparungen möglich sein werden, die derzeit nur in einigen „Vozeige“-Unternehmen beobachtet werden, könnte daher durchaus noch zum wirtschaftlichen Boomerang werden.
Spätestens dann, wenn die Kaufkraft im Privatkonsum um mehr als diese 57 Prozent abstürzen wird, wird jeder die Folgen dieses Boomerang-Einschlages sehen.
Einen „Run“ auf technische - aber auch „intelektuellle“ - Berufe, die es schon in wenigen Jahren fast nicht mehr geben soll, wird mit solchen Zukunftserwartungen sicher nicht ausgelöst werden können.
Genauso wird die „dahinschmelzende“ Hoffnung auf dann, nach dem aktiven Erwerbsleben, noch einige schöne Pensionsjahre den Wunsch nach andauernd guten Erwerbseinkommen und damit zahlreiche Bewerbunen auf entsprechende Arbeitsplätze nicht befeuern.
Welche Erwartung? Es ist so, dass Unternehmen beklagen, dass sie mit Studienabgängern nichts anfangen können. Sie seien falsch ausgebildet.
Einstiegsjobs übernimmt tatsächlich die KI. Ich habe selbst mit einem der großen Beratungshäuser zusammengearbeitet in meiner Geschäftsführertätigkeit. Da sitzen 10 Studienabänger, erstellen Excel Tabellen und malen PowerPoint Folien, die dann teuer verkauft werden.
Genau diese Jobs macht z.B. Notebook LLM. Man steckt dort eine 100 Seitige Präsentation hinein und bekommt eine ganz brauchbare Präsentation. Das ist Fakt - nicht Erwartung.
Technische Ausbildung hilft nur wenn man die Technik auch versteht und nicht wenn man sie fĂĽr die PrĂĽfung auswendig gelernt hat.
Um eine KI vernünftig bedienen zu können, braucht man fundiertes Fachwissen auf dem Themenbereich in dem man sie einsetzen möchte. Das haben viele Studienabgänger nicht - daher können sie KI nicht sinnvoll einsetzen.
Unfug in → Unfug out.
Die Ausbildung ist daher nicht passend, für das was wir benötigen.
Dass in Zukunft durch breiten KI-Einsatz in allen Branchen um 57 % weniger menschliche Arbeitsstunden (und daher auch Arbeitseinkommen) geben könnte.
Warum sollte daher jemand einen Beruf ergreifen wollen und Ausbildungen für Tätigkeiten absolvieren, die es schon bald - vielleicht auch schon unmittelbar nach dem Ende solcher Ausbildungen - vielleicht nicht mehr geben wird ?
Was ist daran nicht zu verstehen ?
Es ist so, dass Unternehmen beklagen, dass sie mit Studienabgängern nichts anfangen können. Sie seien falsch ausgebildet.
Dann haben diese Unternehmen aber möglicherweise nicht das Problem in der Heranbildung von Nachwuchskräften in allen Qualifikationsstufen verstanden.
Denn je rascher die technische Entwicklung (aktueller Stand der wissenschaftlichen Forschung/aktueller Stand der Technik/Verfahren/Methoden /Materialien/Maschinen/Geräte/Produkte/Dienstleistungen … ) fortschreitet, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Absolvent einer langen Ausbildung zum Zeitpunkt des Eintretens in das Arbeitsleben ohne weitere ergänzende/spezialisierende Ausbildungsmaßnahmen sofort einsetzbar ist.
Studienabgänger wären nur dann falsch ausgebildet (oder durch Unternehmen falsch rekrutiert) worden, wenn sie nicht über die erforderliche Grundausbildung und ausreichendes Grundlagenwissen verfügen würden, um noch je nach Tätigkeitsfeld erforderliche Spezialausbildungen - bzw. Trainingsmaßnahmen - erfolgreich absolvieren zu können.
Da sitzen 10 Studienabänger, erstellen Excel Tabellen und malen PowerPoint Folien, die dann teuer verkauft werden.
Eine solche Firma habe ich auch einmal kennen gelernt.
In dieser Firma - bzw. fĂĽr deren Kundern - war aber offenbar weniger die Form ( Excel , PowerPoint ), als viel mehr deren Inhalt, von Bedeutung.
Es soll aber auch Firmen geben, wo die Form wichtiger, als der Inhalt, ist. Die werden dann halt ganz schnell durch KI verdrängt werden.
Genau diese Jobs macht z.B. Notebook LLM…
Das ist Fakt - nicht Erwartung.
Fakt ist aber auch, dass 57 % weniger menschliche Arbeitsstunden durch den breiten Einsatz von KI noch nicht annähernd erreicht sind, sondern von manchen Personen/Unternehmen - vielleicht sogar „händeringend“ - tatsächlich erst noch erwartet bzw. „herbei gesehnt“ werden.
Um eine KI vernünftig bedienen zu können, braucht man fundiertes Fachwissen auf dem Themenbereich in dem man sie einsetzen möchte. Das haben viele Studienabgänger nicht - daher können sie KI nicht sinnvoll einsetzen
…
Die Ausbildung ist daher nicht passend, für das was wir benötigen.
Es ist allerdings auch nicht Aufgabe von Universitäten Arbeitskräfte für Unternehmen auszubilden.
Denn dann hätte Anton Zeilinger nicht gemeinsam mit anderen Forschern 2022 den Nobelpreis für Physik für seine Forschungergebnisse im Bereich der Verschränkung von Photonen und der Quantenteleportation erhalten können.
KI - was wir heute darunter verstehen und wie wir sie heute einsetzen (wollen) - könnte in wenigen Jahren schon wieder ein „alter Hut“ - und heute aktuelle einschlägige Kenntnisss über Pogrammierung , Training , Einsatz, Steuerung und Bedienung von KI-Systemen - schon wieder übeholt/veraltet sein.
Grundkennntnisse und Überblickswissen über praktisch jedes Forschungs- /Wissens- Gebiet veralten jedenfalls nicht ganz so schnell und ermöglichen einschlägigen Absolventen sich jedensfalls leichter auch am Arbeitsmarkt (und nicht nur in wissenschaftlichen Arbeitsbereichen) zu orientieren und gegebenfalls sich auch weiter zu spezialisieren.
KI - ohne menchliche Verantwortung und einschlägiges menschliches Wissen über die Bereiche in denene KI zum Einsatz bzw. zur Anwendung kommen soll, ist jedenfalls weitestgehend „wertlos“ und kann dann auch gefährlich werden.
braucht man fundiertes Fachwissen auf dem Themenbereich in dem man sie einsetzen möchte. Das haben viele Studienabgänger nicht
Wenn Unternehmen vorhandenes Spezialwissen von Studien-Absolventen nicht nutzen können, kann das wohl nicht den Absolventen oder ihren Universitäten vorgeworfen werden.
Vielleicht wäre solchen Unternehmen dann mit Absolventen Höherer Technischer Lehranstalten oder von Berufausbildungskursen am WIFI besser gedient ?
was ist die Aufgabe denn dann? Wir haben sogar Fachhochschulen die GroĂźteils von der Industrie finanziert werden.
Die Ă–ffentliche Hand muss sparen.
Wir geben für Produkte der US Amerikanischen Cloud und Werbeanbieter ungefähr 6 Milliarden EURO aus. Das ist etwa das gesamte Universitätsbudget. Da geht sich dann keine unabhängige Forschung mehr aus </sarcasm off>
Was man den Universitäten und Fachhochschulen schon vorwerfen kann ist, dass wir noch immer - wie zu Zeiten der industriellen Revolution - an den Ausbildungsstätten lehren. Auswendiglernen, Wiedergeben, mit Tests kontrollieren.
Damals war es wichtig Wissen auf „Knopfdruck“ aus dem Kopf abrufen zu können. Das ist heute wertlos.
Wir haben heute andere Anforderungen - und diese werden größtenteils nicht gelehrt. Siehe beispielsweise die Publikationen vom World Economic Forum was in Zukunft benötigt wird (mehr Kommunikatiosfähigkeiten, mehr Kreativität, mehr Zusammenarbeit, etc. also alles Dinge, die der Computer nicht ganz, bzw. überhaupt nicht kann). Diese Dinge trainieren wir aber den Schülerinnen und Schülern ab. (siehe Studien von George Land).
Den wissenschaftlichen Nachwuchs fĂĽr die jeweiligen Fachbereiche ausbilden.
Dieser wissenschaftiche Nachwuchs könnte dann natürlich duchaus auch in Forschungs- /Entwicklungs-Abteilungen von Unternehemen - und nicht nur in Forschungseeinrichtungen „im engeren Sinn“ (außerhalb von produzierenden Untenehmen) Arbeitsplätze finden.
Es ist daher sogar zu erwarten, dass die Spezialisierung dieser Absolventen nicht „automatisch“ mit dem Bedarf bzw. den Erwartungen von Firmen übereinstimmen wird ( wie übrigens auch im Falle Anton Zeilinger am Beginn seiner wissenchaftlichen Karriere ) und sich Firmen daher solche Absolventen gezielt- und für deren beabsichtigetn Einsatz in einer Firma auch genau - auswählen, bzw aktiv als zukünftige Mitarbeiter einladen, müssen.
Dass heutige Technische Universitäten vormals als Technische Hochschulen bezeichnet wurden und daher gern mit heutigen Fachhochschulen verwechselt werden, die heutet tatsächlich primär Spezialisten für Unternehmen ausbilden und (auch) in Firmen-/Anwendungs-relevanten Bereichen Forschung betreiben macht das Problem der leichten Verwechselbarkeit nicht gerade einfacher.
Dann kommen nach „Eitelkeiten“ hinzu, wenn etwa Streit über die Vergabe von akademischen Titeln nach erfolgreichem Abschluß von Studien bzw. Ausbildungen ausbricht.
Die offenbar mangelhafte Unterscheidbarkit zwischen Universitäten und Fachhochschulen scheint auf die selbe Ursache zurückzuführen sein, wie die nicht minder mangelhafte Unterscheidung zwischen „Blldung“ und „Ausbildung“
Dass es nicht vordergründig nur auf Erwerbszwecke ausgerichtetes Wissen und ebensolche Fähigkeiten (z.B. die kulturellen Grundfertigkeiten , Sprechen, Lesen , Schreiben, Rechnen - alles ganz ohne Unterstützung durch irgendwelche technischen Geräte) gibt, die zur Bewältigung des täglichen Lebens jedes Einzelnen notwendig sind und darüber hinaus auch ( z.B. durch Sprachkenntnisse und Kenntnisse anderer Kulturen ) auch Möglichkeiten und Chancen eröffnen , die ohne dieses Wissen und Fertigkeiten sich nicht eröffnen würden.
Siehe beispielsweise die Publikationen vom World Economic Forum was in Zukunft benötigt wird (mehr Kommunikatiosfähigkeiten, mehr Kreativität, mehr Zusammenarbeit, etc. also alles Dinge, die der Computer nicht ganz, bzw. überhaupt nicht kann)
Allerdings wird dadurch eigenes -persönliches-Wissen (und Verständnis) und ebensolche Fähigkeiten ( und dafür gute Bildung und Ausbildung ) - ganz ohne Unterstützung durch irgendwelche Geräte mit/ohne K - keinesfalls überflüssig.
Denn wer soll denn dann in Zukunft beurteilen , ob irgendein Ergebnis aus einem KI-System gefahrlos weiterverwendet werden darf oder welcher überraschende Vorschlag / welche „Idee“ aus KI-Systemen vielleicht doch weiterverfolgt und realisiert werden sollte ?
Du weiĂźt warum wir Fachhochschulen erfunden haben?
WIr trauen den Studierenden nicht zu - sich in der Komplexität der Universitäten zurechtzufinden - und wir trauen ihnen nicht zu sich Vorlesungen selbst herauszusuchen und nach Interesse und Fähigkeiten auszusuchen.
Daher setzen wir das von der Schule gewohnte Format fort. Klassenunterricht.
Ich sehe in meinen bisherigen Behauptungen in meinen Beiträgen zu diesem Thema der unterschiedlichen Ziele von Studiengängen an Universitäten bzw. Fachhochschulen keinerlei Diskrepanz /Abweichung von den in Österreich geltenden gesetzlichen Bestimmungen .
Ich gehe zudem davon aus, dass auch Prof. Jansen diese unterschiedlichen Ziele der Lehre an österreichischen Universitäten bzw. Fachhochschulen kennt und sich seine Kritik -
Der Management-Professor Prof Dr Stephan A Jansen bringt es in unserer aktuellen Ausgabe auf eine harte These: „Aktuell bilden wir für Arbeitslosigkeit aus.“
- falls sie sich auch auf das österreichische Ausbldungswesen beziehen sollte - nur auf die Fachhochschulen und deren Ausbildungsangebote beziehen kann.
Diese Kritik kann die Universitäten daher gar nicht betreffen.
Hier der Wortlaut der Gesetzesstelle über die Ziele vom Lehre und Forschung an Universitäten :
Die Universitäten sind berufen, der wissenschaftlichen Forschung und Lehre, der Entwicklung und der Erschließung der Künste sowie der Lehre der Kunst zu dienen und hiedurch auch verantwortlichzur Lösung der Probleme des Menschen sowie zur gedeihlichen Entwicklung der Gesellschaft und der natürlichen Umwelt beizutragen.
Universitäten sind Bildungseinrichtungen des öffentlichen Rechts, die in Forschung und in forschungsgeleiteter akademischer Lehre auf die Hervorbringung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie auf die Erschließung neuer Zugänge zu den Künsten ausgerichtet sind.
Im gemeinsamen Wirken von Lehrenden und Studierenden wird in einer aufgeklärten Wissensgesellschaft das Streben nach Bildung und Autonomie des Individuums durch Wissenschaft vollzogen.
Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geht mit der Erarbeitung von Fähigkeiten und Qualifikationen sowohl im Bereich der wissenschaftlichen und künstlerischen Inhalte als auch im Bereich der methodischen Fertigkeiten mit dem Ziel einher, zur Bewältigung der gesellschaftlichen Herausforderungen in einer sich wandelnden humanen und geschlechtergerechten Gesellschaft beizutragen.
Um den sich ständig wandelnden Erfordernissen organisatorisch, studien- und personalrechtlich Rechnung zu tragen, konstituieren sich die Universitäten und ihre Organe in größtmöglicher Autonomie und Selbstverwaltung.
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und hier der der Wortlaut der Gesetzesstelle ĂĽber die Ziele vom Lehre und Forschung an fachhochschulen :
(1)Fachhochschulen haben die Aufgabe, Studiengänge auf Hochschulniveau anzubieten, die einer wissenschaftlich oder künstlerisch fundierten Berufsausbildung dienen. Die wesentlichen Ziele sind:
die Gewährleistung einer praxisbezogenen** Ausbildung** auf Hochschulniveau;
die Vermittlung der Fähigkeit, die Aufgaben des jeweiligen Berufsfeldes dem Stand der Wissenschaft und den aktuellen und zukünftigen Anforderungen der Praxis entsprechend zu lösen;
Da legst Du genau den Finger in die Wunde. Zwischen den Absichten, die so schön in den Gesetzen formuliert werden, und der gelebten Praxis klafft eine sehr, sehr große Lücke.
Schule soll jungen Menschen helfen, sich zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln zu können, die ihren Platz in der Gesellschaft finden können.
Universitäten sollen junge Menschen auf eine Laufbahn in Forschung und Entwicklung vorbereiten.
Doch was wir an Schulen und Universitäten beobachten können, ist eine ziemlich konsequente Ausrichtung auf das Berufsleben dieser jungen Menschen. Schon in der Volksschule, teilweise in den Diskussionen über die Elementarpädagogik (Kindergarten), geht es primär um die Vermittlung von Kompetenzen für das Berufsleben.
Die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder fällt da völlig vom Tisch.
Unternehmen erwarten sich immer häufiger - und das schon seit 30 Jahren - People Ready to use. Es wird selten noch in eine zweijährige Einarbeitungszeit in das Unternehmen investiert.
Die Generation Praktikum verschwindet auch.
Dabei sollten Unternehmen die Berufsausbildung selbst komplettieren.
Universitäten sollen aber auch das Streben nach Bildung und Autonomie des Individuums ermöglichen - ganz unabhängig davon, ob Absolventen einer Universität damit dann auch irgendwann über ausreichendes Erwerbseinkommen mit dem dort erworbenen Wissen verfügen werden.
Wenn Universitäten nicht aus einem großen Angebot von Studienplatzanwärtern und späteren Absolventen „auswählen“ könnten, dann hätten sie noch größerer Probleme. jene Spitzkräfte zu finden , die für Spitzenforschung erforderlich sind und aus deren Kreis vielleicht wieder einmal ein Nobelpreisträger gekürt werden könnte.
Dass nicht alle Studenten/Absolventen dann dauerhaft in Forschungsbereichen Arbeit finden werden ist wohl nicht zu vermeiden. Dass diese Absolventen dann auch außerhalb von Forschungsbereichen in Unternehmen nach Arbeit suchen, ist nicht verwunderlich, weil nicht jeder ein eigenes Unternehmen gründen kann ,um damit dann auch seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.
Überaus befremdlich wäre aber die Ansicht von Unternehmen, ihre - vielleicht nicht erfolgreiche Personalsuche bzw. Personalauswahl - dem Versagen der Bildungsangebote von Universitäten zuschieben zu wollen und vielleicht aus diesem Grund dann auch noch die Reduzierung der für Universitäten vorgesehenen finanziellen Mittel wegen behaupter Nicherfüllung des (Aus-)Bildungs_Auftrages zu fordern. Auch Unternehmensleiter, bzw. deren Interessensvertreter könnten aber wissen (und wissen das vermutlich auch) , dass dies nie ein Aufrag an Universitäten war und auch weiterhin nicht ist.
Handelt es sich hier gar um eine neue Form von „Kulturkampf“, dessen einziges Ergebnis es sein würde, uns von zukünftigen Technologien „abzuschneiden“ und damit in Zukunft vielleicht auf viele neue Arbeitsplätze in Unternehmen verzichten zu müssen ?
Schon in der Volksschule, teilweise in den Diskussionen über die Elementarpädagogik (Kindergarten), geht es primär um die Vermittlung von Kompetenzen für das Berufsleben.
In unserern Schulbehörden gibt es offenbar Hellseher, die schon 8 bis 20 Jahre vorher wissen, welche Kompetenzen für das Berufsleben einmal besonders wichtig werden könnten. Die kulturellen Grundfertigkeiten („Sprechen, Lesen, Schreiben, Rechnen“ ) sind ja offenbar nicht mehr wichtig - entsprechende Testgebnisse sehen wir dann immer wieder.
Die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder fällt da völlig vom Tisch.
Am Ende der Grundschulzeit häufen sich dann Verhaltensauffälligkeiten bzw, Persönlichkeitsstörungen, die man vermutlich schon ab dem ersten Jahr der Grundschulausbildung bemerken - und geeignet betreuen/behandeln - hätte können.
Hm. Seitdem mir mal jemand aus dem PISA-Testteam berichtet hat, was überhaupt getestet werden soll und wie getestet wird, habe ich seine Klagen verstehen können, was alles in die Ergebnisse der PISA-Studie hinein interpretiert wird.
Psychologische Tests sind eine ziemlich knifflige Sache.
Das Ranking, dass die Medien und die Politik dann immer aufstellen, ist sehr ungeeignet, um die Qualität der Bildung wiederzugeben.
Relative Beurteilungen sind ungeeignet. Eine absolute „Kennzahl“ zur Leistungsbeurteilung wäre viel besser. Denn was nützt die Aussage, dass Land X besser ist als Land Y, außer den nationalen Narzismuss zu bedienen. Beide können über oder dem notwendigen Niveau sein. Über diese Niveau schweigt man sich aber aus.
Wenn zu den Universitäten wirklich nur diejenigen zugelassen werden würden, die später auch tatsächlich die Absicht haben, im Bereich Wissenschaft & Forschung zu arbeiten, wären die Universitäten leer. Ebenso könnte man eine Vielzahl der Studiengänge gleich abschaffen.
Wer studiert schon BWL oder Jura oder Zahnmedizin, um anschliessend in einem Labor zu stehen?
Die Realität ist: Schulbildung, Berufsbildungen (HTLs, Lehren, FHs) und universitäre Bildungen dienen überwiegend der Aufgabe, den Menschen einen Platz in der Wirtschaft, also einen Job, zu verschaffen.
BTW: Aufgrund meiner eigenen Lehrerfahrung im akademischen Betrieb stelle ich die Behauptung auf, dass die Spitzenkräfte nicht durch die Universitäten geschaffen werden, sondern dass es sich um Induvidien handelt, die Trotz der Hürden und der Unzulänglichkeit des akademischen Betriebes sich aus Eigenantrieb in diese Richtung entwicklen. Viele würden diesen Weg auch ohne die Universitäten gehen, müssen aber durch die Unis, um die berühmten „Zettel“ und „Titel“ zu bekommen, die Türöffner sind.
Seitdem mir mal jemand aus dem PISA-Testteam berichtet hat, was überhaupt getestet werden soll und wie getestet wird, habe ich seine Klagen verstehen können, was alles in die Ergebnisse der PISA-Studie hinein interpretiert wird.
Warum wehren sich die Mitglieder des PISA-Teams dann nicht öffentlich gut vernehmlich gegen Missbrauch der Testergebnisse - oder legen ihre Funktionen im Testteam zurück, wenn sie nicht Gehör finden ?
Das Ranking, dass die Medien und die Politik dann immer aufstellen, ist sehr ungeeignet, um die Qualität der Bildung wiederzugeben.
PISA is the world’s largest international comparative survey of 15-year-old students, assessing the extent to which they have acquired key knowledge and skills essential for full participation in social and economic life.
Relative Beurteilungen sind ungeeignet. Eine absolute „Kennzahl“ zur Leistungsbeurteilung wäre viel besser
Wenn relative Beurteilungen ungeeignet wären, dann wären absolute Kennzahlen nicht minder ungeeignet - denn was wäre dann der Maßstab zur Ermittlung absoluter Kennzahlen ?
Denn was nĂĽtzt die Aussage, dass Land X besser ist als Land Y
Dass das Land X ( aber nicht nowendigerweise auch seine getesteten Schüler ! ) größeren Erfolg erreicht hat, als das Land Y. Bei diesen Vergleichen werden also die Erfolge der Anstrengungen dieser Länder zur Verbesserung des Wissensstandes ihrer Schüler in den getesteten Wissensbereichen miteienander verglichen.
Es werden also bei Vergleichen relativer Ergebnisse die Erfolge der Schulpolitik , der Schulbehörden und Schulverwaltungen der jeweiligen Länder miteinander verglichen und weniger bis gar nicht die Leistungen der am Test teilnehmenden Schüler.
Mit „Autonomie“ ist im Universitätsgestz 2002 §1 unter „Streben nach Bildung und Autonomie des Individuums“ auch nur die Zeit nach Abschluss der Universitätstudien gemeint, in der der Absolvent dann duch diese universitäre Bildung befähigt sein soll, mit eigenem Wissen und eigener Einschätzung - ohne dazu immer erst Andere um Rat bzw. Informationen fragen zu müssen - gerade aktuelle (z.B. gesellschaftliche oder persönliche ) Problemstellungen richtig einschätzen und behandeln zu können - und auch zu wissen, wo hier seine Grenzen liegen.