Zwischen Text und Tempo: Droht Österreichs Universitäten eine "Lesekrise"?

tudierende lesen immer weniger und immer schlechter, lautet der Vorwurf von manchen Kulturskeptikern. Stimmt das? Muss man sich Sorgen um Österreichs Bildungselite machen?

https://www.derstandard.at/story/3000000294641/zwischen-text-und-tempo-droht-oesterreichs-universitaeten-eine-lesekrise

„Die neue Generation Studierender liest kaum noch längere Texte, von Büchern ganz zu schweigen. Weil sie nicht will oder nicht kann“, diagnostizierte etwa die Zeit. Das US-Magazin The Atlantic kam zum selben Schluss: US-Studierende seien vom Lesen ganzer Bücher überfordert, sie würden vor langen und schwierigen Texten resignieren*.*

Soziale Medien hätten sie gelehrt, sich schnell durch große Mengen an Inhalten zu scrollen und dabei oberflächlich Informationen aufzunehmen – ohne sie wirklich zu verstehen.

Dann ist da noch die Frage des Mediums: Viele Studierende lesen akademische Texte – auch aus Umweltgründen – digital. Leseforschern zufolge funktioniert Deep Reading aber vor allem auf Papier. Auf Bildschirmen wird nicht jeder Satz durchdacht, lautet die Hypothese. Stattdessen werden Textteile überflogen oder gezielt gesucht – das Internet als ultimative Ablenkung, nur einen Klick entfernt. Mehrere empirische Studien konnten diesen sogenannten Screen Inferiority Effect bereits feststellen – bei allen Altersgruppen. Das heißt: Leserinnen und Leser verstehen komplexe Sachtexte als PDFs auf Bildschirmen oder auf Webseiten schlechter.

Günther Stocker, Germanistikprofessor an der Universität Wien und Leseforscher, versucht Notebooks deshalb so gut wie möglich aus seinen Seminaren zu verbannen. Genauso wenig will er, dass auf Smartphones mitgelesen wird. Die Ablenkung sei einfach zu groß.

Sofern sich Studierende Zeit nehmen, sei das Textverständnis gegeben, sagt Peter Becker, Geschichtsprofessor an der Universität Wien. Ähnlich hält es auch Professor Krammer: Nicht die Kompetenzen der Studierenden seien die größte Herausforderung, sondern vielmehr der Zeitrahmen, der einem für das Studium zur Verfügung stehe, um sich eingehend mit Texten zu beschäftigen.

„Für viele Studierende geht es nicht mehr darum, zu kontemplieren, sondern so schnell wie möglich abzuschließen um zu arbeiten“, sagt Martin Neubauer, Dozent für Germanistik an der Uni Wien. Den stereotypen Studenten, der in den Tag hinein denkt, gibt es fast nicht mehr. Mehr als zwei Drittel aller Studierenden arbeiten heute nebenher. Da bleibt wenig Zeit für Deep Reading. Und auch der Screen Inferiority Effect konnte vor allem unter Zeitdruck beobachtet werden.

Der Arbeitsalltag jener Studierenden, mit denen DER STANDARD gesprochen hat, spricht jedenfalls dafür: Alle Befragten arbeiten nebenbei, und Lisa hat auch zwei Kinder. „Ich wüsste gar nicht, woher ich die Zeit nehmen sollte, um fünf bis sechs Bücher zu lesen“, sagt sie.

Früher, vor langer Zeit, gab ein mal Vorlesungen, da würde aus Büchern vorgelesen, was wissende Leute aufgeschrieben hatten, weil die Vorlesenden selbst keine Ahnung hatten.

Davor gab es Menschen, die herumgereist sind, und Geschichten erzählt und Wissen vermittelt haben. Aus dem Gedächtnis.

Irgendwann wurde der Vorleser überflüssig. Buchdruck von Johann Gensfleich - aka Gutenberg. Die Leute lernten selbst lesen.

Dennoch: jedes Kind mag es, wenn die Eltern Geschichten erzählen oder diese vorlesen.

Heute machen das Hörbücher oder Podcasts.

Wer meint, das wären Produkte für Kinder, der irrt. Alleine ein kurzer Blick auf den Hype der „Drei Fragezeichen“ reicht, um zu erkennen, wie viele der Kassettenbänder von früher heute dem Hörbuch, Hörspiel und Podcast treu geblieben sind.

Sprachnachrichten. Kein Hype mehr. Normalität. Früher hat man mal auf den Anrufbeantworter gesprochen. Bevor die SMS gekommen ist. Gefolgt von WhatsApp. Doch mit der Sprachnachricht wurde die textliche Nachricht zum Seltenheitswert.

Schreiben ist out. Nicht nur bei den Nachrichten. Auch bei der Bedienung der KI. Da wird geredet was das Zeug hält. Siri, Alexa, Susi (ChatGPT). Alle sind wie nur noch am Reden.

Und Video ist die nächste natürliche Kommunikationsform.

Wissen wird heute wieder verstärkt über Sprache und Videos vermittelt.

Bücher sind out.

Nicht nur bei der Jugend.

Kann sein, dass in 100-200 Jahren die Kompetenz zu lesen nur noch etwas ist, was die 100 Jährigen können. So wie heute: wer kann noch Sütterli lesen und schreiben?

Solange es eine Form gibt, Wissen weiterzugeben und Geschichten zu erzählen, ist es doch egal, ob es nun über Text, Sprache, Bilder, Gesang, Notenblätter oder Gehirnwellen passiert.

Der Mensch kann nicht aufhören zu kommunizieren. Das ist für ihn überlebenswichtig.

Es ist aber wohl ein großer Unterschied, ob ich Hörbücher zu meiner Unterhaltung/Ent spannung konsumiere, oder - vielleicht in Ermangelung anderer Medien (z.B. Bücher ) sogar gezwungen bin, über Hörbücher /Podcasts mir Wissen anzueignen/zu lernen.

In obigem Artikel wird zudem auf Leseforscher hingewiesen, die zu dem Schluss kommen, dass komplexe Themen / Sachverhalte über auf Papier geschriebenen Text - z.B. Bücher - mittels “Deep Reading” besser vermittelt werden kann, als über andere Medien .

siehe
https://www.grin.com/magazin/lernen-leicht-gemacht/lesen-am-smartphone/#elementor-toc__heading-anchor-4. ,

https://thelearningcode.school.blog/2020/12/11/what-is-deep-reading/

Ich lernte noch Kurrent, kann das noch mühsam lesen. Bei den nun eingescannten alten Kirchenbücher, die ich zwecks Ahnenforschung zu lesen versuchte, kann ich zwar Namen und paar andere Sätze lesen, ab so manchen Beitext, die wahrscheinlich vom Mesner schlampig geschrieben wurde, muss ich passen.
Das wär ein Einsatzgebiet von AI das lesbar zu machen.

Manchmal ertappe ich mit dabei Wörter aus älterer Literatur zu verwenden, die vermutlich so manche nicht direkt verstehen werden.
Zudem befasse ich mich etwas mit Mundart, "Weanarisch“ usw.
Mundart in OÖ, NÖ, Wien Nordburgenland ist teilweise vom Boarischn geprägt.
..

oder boarisch (NÖ & Wien waren mal Teil des Bajuwarenreichs)

..


oder …
https://www.hoerersdorf.at/ui-mundart/

Bui, paß guit aufâs Muidern ihre Schuih auf,
und a(u)f Vodern sein Huit.
Gib der Kui a Fuider.
Schneit di net ban Rasiern, sunst is wiederâs Haundtuih voi Bluit.
Und moch’ de Tia guit zui, do zoigt’s.