Aber die bösen Chinesen

Die Chinesen überholen die EU und erreichen im Gegensatz zu uns die Klimaziele.

Für alle die immer Reflexartig „aber die Chinesen“ schreien, wenn es ums Klima geht. Man kann auch mit einer gut gehenden Wirtschaft Klimaziele erreichen, wenn man auf die richtigen Pferde setzt. (Hint: Zukunftstechnologien statt Verbrenner)

Nicht, dass ich die Autokratie in China für gut heiße!

Bei uns in Europa hört man sehr oft, dass das nicht ginge!

Wenns in SocialMedia um Themen wie Klimawandel, Energiewende, Windenergie, Sonnenenergie, El. Speicher, etc. (aber auch Impfungen) geht, kommen immer dutzende (sorry für die Ausdrucksweise) Schwafler, Schwurbler, Trolle, Wissenschaftsferne, etc. “hinterm Ofen hervor“ und erklären langatmig, dass das nicht geht - mit Hinweisen auf großteils abstruse Quellen. Die Meisten diese Quellen sind aber eh schon einschlägig bekannt!

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Was Energiewende betrifft, so wird Europa die USA locker überholen können, Ursache dazu die jetzige US Regierung!

Ja, es stimmt. Es gibt immer Menschen, die ihre Stimme gegen etwas erheben. Das gehört zur Demokratie dazu. Das muss auch nicht zwingend etwas Schlechtes sein, es kann durchaus wichtig und innovativ sein. Wer kennt nicht die Geschichte des einsamen Mahners oder Erfinders, dem rückblickend Recht gegeben werden musste.

Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen schwarzsehen, mit einer Entwicklung nicht einverstanden sind oder aus anderen Motiven heraus den Drang verspüren, sich in den Vordergrund zu spielen. Es kommt darauf an, was tatsächlich getan wird.

Und oft passiert wesentlich mehr unter dem Radar, als das, was die Öffentlichkeit über Medien überhaupt mitbekommt. Es schaut nur kaum jemand hin, weil viele längst nicht mehr erwarten, dass noch etwas Positives passieren könnte.

Ja, es gibt diese Beispiele, wo angeblich in China über Nacht ein Bahnhof errichtet wurde oder zur Corona-Zeit ein ganzes Containerkrankenhaus entstanden ist. Das ist dort aber nicht die Regel. Auch in vielen Ländern oder Unternehmen, die uns gerne als Vorbilder präsentiert werden, wird am Ende nur mit Wasser gekocht.

Fahrt einmal in die USA, nach China, Indien, Japan oder Dubai und schaut dort hinter die Glitzerfassaden.

Zudem müssen wir immer die Rahmenbedingungen berücksichtigen, die für uns akzeptabel sind. Natürlich könnte eine österreichische Regierung im Gewaltakt sämtliche Vorschriften ignorieren, sich über alle Regeln hinwegsetzen und in kürzester Zeit einen Tunnel unter der Donau graben lassen. Mit großem Tamtam, mit Gewalt, gegen alle Widerstände. Das würde bei vielen Menschen Zustimmung finden. Endlich haut jemand auf den Tisch. Endlich werden Bedenkenträger übergangen. Endlich werden Regeln außer Kraft gesetzt und Tatsachen geschaffen.

Aber nur so lange, bis diese Menschen selbst auf der anderen Seite stehen. Bis sie die sind, denen Gewalt angetan wird. Dann werden sie plötzlich nach Partizipation, Demokratie, Berücksichtigung und Rechtsstaat rufen.

Was du willst, dass man dir tut, das füge auch einem anderen zu.

Und genau darin liegt der Vorteil unserer freien, vielfältigen, multikulturellen, humanistischen, demokratischen und pluralistischen Gesellschaft: Sie ist langsam, mühsam und oft widersprüchlich, aber sie schützt jeden Einzelnen davor, morgen selbst das Opfer jener Macht zu werden, die man heute noch bejubelt.

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Ich bin auch kein Fan der Autokratie oder nennen wir es ruhig Diktatur.

Was die Chinesen aber sehr gut machen ist - sie machen einen langfristigen Plan und führen ihn dann aus. Das ist eine Frage des Ziels und eine Frage der Ressourcenallokation.

Wir scheitern in Europa daran, dass die Politik gerade einmal bis zum Ende der Legislaturperiode denkt. Unternehmen denken bis zum Ende des Quartals.

Es gibt Dinge die kann man nur in 10/20/30 Jahreszyklen denken. Das funktioniert bei uns nicht mehr - und große ambitionierte Ziele haben wir daher auch keine.

Es braucht manchmal „Moonshots“ - wie die von Kennedy ausgerufene Mond-Mission:

We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard, because that goal will serve to organize and measure the best of our energies and skills, because that challenge is one that we are willing to accept, one we are unwilling to postpone, and one which we intend to win, and the others, too.

Bei uns hat niemand mehr die Ambition zu gewinnen. Mittelmäßigkeit scheint uns genug zu sein.

Einer der letzten vorausschauenden Pläne war der Ausbau der Donaukraftwerks-Kette.
Es gab ursprünglich nur Jochenstein (mit den Deutschen gemeinsam) und Ybbs Persenbeug.
Ich selbst hatte mal die Gelegenheit in Ybbs die Forschungsstätte besuchen zu können.
Der gesamte Donauverlauf war dort in einer Halle als Modell nachgebildet.
Und das aktuelle Projekt zusätzlich größer.
Man lies Wasser durch, simulierte Hochwasser, verglich die Pegelstände mit realen Wasserständen, korrigierte das Modell.
Heute passiert das alles in Echtzeit am Computer.

Heute wäre es der Ausbau der Erneuerbaren Energiequellen.

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Österreich hat 120 Stromnetzbetreiber. Kann mir jemand verraten was das genau bringt. Das sind alles natürliche Monopole.

Wundert uns da, dass die Koordination und der Ausbau gelinde gesagt schwierig ist.

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