Die breite Skepsis der Bevölkerung gegen Zukunftstechnologien ablegen

2 „Gefällt mir“

Parallel entstehen Tausende Megawatt-Ladestationen.

. - was dann bei fehlendem Gleichzeitigkeits-Management dazu führen kann, dass aufsummierte Ladeleistungen in der Größenordnung von einige Giga-Watt pötzlich benötigt werden - oder Lasten in dieser Größenordnung auch wieder plötzlich aus dem Netz „verschwinden“ - könnten. Das würde wohl kein Netz der Welt ohne weitreichende - und vielleicht auch lange anhaltende - Störungen verkraften können.

Alles unmöglich. Hören wir auf damit.
In der Steinzeit war alles besser.
OK. Wir beschätigen uns nicht mit Lösungen, sondern erklären warum Probleme die schon teilweise gelöst sind - unlösbar sind. Altes Muster.

1 „Gefällt mir“

Ich habe schon lange ein explizites Gleichzeitigkeitsmanagement vorgeschlagen.
Die Netzbetreiber der Energieversorgungsnetze haben durch die zwangsweise Umstellung der Smartmeter-Auslesungen auf Viertel-Stundenwerte und damit günstigere Netztarife zur Mittagszeit (bei hoher Produktion aus Solarvoltaik-Anlagen), offenbar bereits den Weg zum Gleichzeitigkeitsmanagement - spürbar für alle Netz-Kunden -begonnen. Da werden aber sicher noch weitere Maßnahmen folgen müssen - z.B. wenn fast alle Ladeplätze und fast alle Fahrzeuge für Schnelladung der Fahrzeugbatterien geeignet sein werden und fast alle Schnellladeplätze an allen Ladestationen auch gleichzeitig in Betrieb sein könnten und dort gerade die maximale Ladeleistung liefern sollten.

Lieber Erich,

Das passiert doch alles bereits. Wenn der Netzbetreiber nicht zu doof dazu ist - wie unlängst in Spanien. Die Rolle des Netzbetreibers ändert sich gerade. Weg von Produzent.

Dazu musst Du aber auch akzeptieren, dass in Zukunft nicht mehr der Netzbetreiber der HERR ist - sondern der Dirigent. Das Problem ist das genau das aber die Länder in Österreich nicht wollen, weil dann würden auch große Teile der Steuereinnahmen wegfallen.

Ich rechne damit, dass es in Zukunft so weit gehen wird, dass sich Inseln bilden werden, die auf Selbstversorgung umsteigen, weil sie die Kosten die ihnen verrechnet werden in keiner Relation mehr zum Wert stehen.

Ich widerhole mich. In Deutschland hat das eine Gemeinde schon gemacht. Sie haben sich vollständig vom Netz abgekoppelt (bis auf 2 Häuser die nicht mitgezogen sind).

LG Werner

In solcher „Insel-Bildung“ sehe ich durchaus Chancen, die Resilienz (bzw. Teilstabilität) komplexer technischer Systeme zu erhöhen bzw. auch bei Störungen die Versorgung ( bzw. allgemein „das Service“ ) in möglichst vielen Teilbereichen weiter aufrecht halten zu können.
Am Beispiel der von Dir erwähnten Gemeinde, wäre besonders interessant, wie sich dort z.B. Störungen auswirken bzw. wie/wann/ durch wen solche Störungen dann behoben werden.
Und auch nicht ganz uninteressant :
Wie wird in dieser Gemeinde auf steigenden Energiebedarf reagiert - z.B. nach Ansiedlung eines Unternehmens mit größerem Energiebedarf ?
Wer ist verantwortlich dafür - bzw. wie erfolgt in dieser Gemeinde das Lastmanagement ?

Das derzeitige Problem :
In praktisch allen technischen Bereichen schreitet die Zentralisierung weiter voran und wird offenbar überhaupt nicht an die Vorsorge für den Störungsfall in den Zentralen gedacht. Denn der geplante Rückfall eines zentralisierten - aber gestörten/ausgefallenen - Services auf voneinander ( z.B. regional) aber auch von einer Zentrale unabhängig arbeitende Inselservices muss rechtzeitig - möglichst vor der ersten großen Störung - geplant und eingerichtet werden.

Bin schon gespannt, was Ursache des jüngsten Ausfalles des Bahnfunks der DB - und damit des Stillstandes aller Züge - in Deutschland war.
„Gerüchteweise“ war von einem misslungenen Softwareupdate ( in einer „Zentrale“ ? ) zu hören.

Erkundige Dich:

1 „Gefällt mir“

Ja, leider.

Aber bei der elektrischen Energieversorgung geht es wirklich gerade richtig Mirko-Dezentralisierung. Ein Großteil wird selbst am Haus erzeugt. Der Rest kommt von den „Nachbarn“ aus der Region.

Das ist ja gerade das, was den klassischen - ehemals kommunalen - Energieversorgern (Erzeuger und Netzbetreiber) Sorgen bereitet: die Ausgleichs- und Verteilungs-Netzte sollen von zentral auf dezentral umgestellt werden. das ist für sie sehr teuer. Ihren eigenen Strom werden sie aber nicht mehr los, da die Verbraucher ihren Strom selbst erzeugen.

Von einem größeren Energieversorger habe ich persönlich gehört - es aber nicht verifiziert - dass sie 30% weniger Strom verkaufen, da die Leute per PV den Strom selbst erzeugen. Seine Kostenstruktur hat sich aber nicht geändert, so dass er seine Fixkosten nun auf eine geringere Liefermenge umlegen muss: die Preise steigen. Was wiederum dazu führt, dass noch mehr Leute in Erwägung ziehen, ihren Strom selbst zu erzeugen.

1 „Gefällt mir“

Der spannende Zeitpunkt wird ja werden, wenn wir das letzte Gaskraftwerk nicht mehr brauchen, weil dann fällt der Strompreis an den Börsen. Dann kann man Verbrauchern nicht mehr einreden, dass man ja an den Börsen so teuer einkauft (was man ja auch gar nicht tut), man verkauft den Strom aktuell nur zu weit überhöhten Preisen (gegenüber den Gestehungskosten).

1 „Gefällt mir“

Da ist aber lange noch nicht ausreichend .
Denn zur Dezentralisierung gehört auch dezentrales Last- (bzw. auch dezentrales „Gleichzeitigkeits-“ ) Management und solidarische Kostentragung der jedenfalls weiterhin erforderlichen „zentral“ betriebenen Energieversorgungsnetze, Produktions- und Speicher-Anlagen.
Jetzt wird hauptsächlich über teure Gaskrafwerke gesprochen, die schon derzeit „nur“ im Hot-Standby „herumstehen“, dabei selbst Energie verbrauchen, geprüft und gewartet werden müssen und damit nicht nur Energiekosten sonderen auch Personalkosten versursachen, ohne aber selbst kontinuierlich Energie produzieren und verkaufen zu können.
Trotz ihrer Kosten werden solche Anlagen (im Hot-Standby) vermutlich auch in Zukunft erforderlich bleiben. Das gilt ja auch heute schon für jene Leitungen der Energieversorgungsnetze, die bei Störungen im Versorgungsnetz als Ersatzleitungen eingesetzt werden müssen und daher jederzeit dafür über ausreichend freie Transportkapazitäten verfügen müssen.

In Zukunft werden von der selben Problematik aber auch zentrale Speicheranlagen und immer größere Teile der Energieversorgungsnetze betroffen sein.
Diese Kosten dann nur von jenen Energiekunden zahlen zu lassen, die regelmäßig über diese Netze auch Energie beziehen, würde zu weiterer Entsolidarisierung der Gesellschaft führen und wäre daher im Bereich der Versorgungsnetze für elektrische Energie eine ähnliche Fehlentwicklung , wie sie das im Bereich der Gasversorgungsnetze aus den gleichen Gründen heute schon ist.

Ihren eigenen Strom werden sie aber nicht mehr los, da die Verbraucher ihren Strom selbst erzeugen.

Das ist meiner Meinung nach kompletter Unsinn.
Neue Standorte für große Wasserkraftwerke sind nicht mehr verfügbar, die Produktion aus Wasserkraft sinkt zufolge länger werdender Trockenperioden und zunehmender Extremwetter-Ereignisse.
Allein die VOEST hat für ihre Projekte der Dekarbioniserung all ihrer Produktionsprozesse bereits vor Jahren einen jährlichen Energiebedarf von 30 TWh - entsprechend 50% des damaligen Gesamtbedarfes an elekrischer Energie in Österreich - angemeldet.
Und es wird auch in Zukunft viele andere Unternehmen und Privathaushalte geben, die ihren Energiebedarf nicht mit eigenen Produktionsanlagen decken werden können.

Hier sprichst du ein wichtiges regulatorisches Hemmnis an, denn es ist gesetzlich geregelt, dass die Netzbetreiber die Kosten auf die Netznutzer umlegen müssen. Dies basiert auf einer Vereinbarung der EU-Staaten im Rahmen der Liberalisierung des EU-Strommarkts. Eine staatliche Finanzierung wird als wettbewerbsverzerrend angesehen.

Meiner Meinung nach wäre es viel sinnvoller, wenn die Kosten für den Aufbau und Betrieb der für unsere Daseinsvorsorge notwendigen Infrastruktur gemeinschaftlich getragen würden.

Wenn es irgendwo brennt, haben wir eine Feuerwehr. Die wir gemeinsam bezahlen. Warum haben wir dann keine Notfallstromkraftwerke, die auf die gleiche Art Strom ins Netz speisen, wenn es irgendwo eng werden sollte?

Stefan: Es geht nicht ums Umlegen der Kosten. Die Energieversorger sind allesamt hochprofitabel.

Durch die Trennung von Netz und Produktion müssen die Netzte die Kosten nun auf den einzelnen umlegen - und die Energieproduzenten stecken die hohen Profite in die größtenteils öffentliche Tasche und argumentieren mit Börsenpreisen - und man müsse doch … (weil die Aktionöre sonst benachteiligt wären …)

Genau diesen Punkt meinte ich, dass die Infrastrukturkosten gesetzlich geregelt an die Kunden umgelegt werden MÜSSEN.

In Hamburg wurde aufgrund eines Volksentscheides das gesamte Netz von der Stadt zurückgekauft. Die Stadt darf nun aber nicht die Investitons- und Betriebskosten für das Netz aus öffentlichen Mitteln bezahlen - da wäre ja unfair gegenüber anderen privaten Netzbetreiber - und muss daher alle Kosten über die Netzgebühr an die Verbraucher umlegen.

Man könnte ja auch den Netzbetrieb aus den Gewinnen der Energielieferanten bezahlen :wink:

Keine Energielieferung ohen Netz :wink:

Das sollte aber geichzeitig zur Folge haben , dass sich auch niemand vom Energieversorgungsnetz (für elektrische Energie genauso , wie für Gas und vielleicht bald auch für Fernwärme / Fernkälte )abkoppeln bzw. „abmelden“ können sollte .
Er sollte sich auch dann nicht abmelden können dürfen, wenn er (z.B. bei elektrischer Energie) tatsächlich ganzjähriger Selbstversorger wäre.
Daher auch meine Frage, wie dies in jener deuschen Stadt geregelt worden ist, die angeblich keine elektrische Energie mehr aus den öffentichen Verteilnetzen bezieht ?

Siehst Du, da unterscheiden sich unsere Meinungen. Ich bin der Meinung, dass er Energieversorger das Netz gefälligst aus seinen Gewinnen mitbetreiben sollte. Dann gäbe es gar keinen Grund sich abzumelden.

Wenn ich es nicht brauche, will ich mich abmelden, um der Abzocke entkommen zu können.

Oder man zahlt mich dafür dass ich mich anschließe, wenn ich netto Produzent bin und auch zur Netzmoderation beitrage, weil ich Speicher betreibe.

Das Stromnetz hat mehrere Ebenen, die von verschiedenen Netzbetreibern betrieben werden:

Siehe: Stromnetz – Wikipedia

Wenn eine Netzebene nicht Kunde des Betreibers der nächst höheren Ebene ist und dessen Netz nicht nutzt und daher dort nicht angeschlossen ist, muß er selbstverständlich auch nichts an diesen zahlen. Es gibt ja keinen Anschlusszwang.

Das gleiche Prinzip gilt, wenn Du Deine eigene Immobilie im Inselbetrieb (Inselnetz – Wikipedia) betreibst. Es ist dann nicht mehr ans Ortnetz angeschlossen und wird völlig autark betrieben.

Du meldst Dich dafür vom Netz ab und es wird physisch von Deinem Netz getrennt. Fertig.

Technisch und regulatorisch machbar.

Für die Netzbetreiber aber eine Katastrophe, denn ihre Kosten bleiben gleich. Sie müssen diese Kosten nun auf weniger Kunden umlegen. Die Netzentgelte werden steigen. Reine angewandte Betriebswirtschaft.

Das ist nicht nur meine Meinung.
Gegen deinen Vorschlag - die Finanzierung des Netz-Ausbaues und -Betriebes aus den Unternehmensgewinnen - sprechen vermutlich auch wirtschaftsliberale Vorgaben, die es an der Börse notierten Unternehmen nicht erlauben, „unwirtschaftliche“ Dienste (die nicht durch ihre erzielbaren Einnahmen mit positiven Teilergebnissen zum Gesamtergebnis des Unternehmens beitragen können) aus sonst auszuzahlenden Anteilen der Rendite (aus positiven Ergebnissen anderer Services und Dienste) - also auf Kosten der Höhe der Rendite (und damit auf Kosten der Anteilseigner ) - querzufinanzieren.

Wenn ich es nicht brauche, will ich mich abmelden, um der Abzocke entkommen zu können.

Das Wort "Abzocke " ist politisch schwer belastet bzw, könnte - mangels Begründung -auch als Unterstellung unlauterer Absichten dieser Unternehmen interpretiert werden und sollte daher in einer sachlich geführten Diskussion gar nicht verwendet werden.

Ich habe zudem den seltsamen Eindruck, dass wir beide hier plötzlich die Seiten am „Diskussionstisch“ gewechselt haben könnten :
Da ich mich hier plötzlich als „Verteidiger“ von Unternehmen wiederfinde und Du hier scheinbar jene unsachliche, gefühlsbetonte, Position einzunehmen scheinst, die Du mir so gerne und oft bisher schon wiederholt vorgeworfen hast.

Und genau das war auch ein Teil meiner Frage.
Die dann aufgetrennten Leitungen zur nächsthöheren Netzebene bleiben aber - vermutlich mitsamt der jeweiligen Trafostation - weiterhin bestehen und könnten auch jederzeit ( nach Prüfung der technischen Einrichtungen und Bezahlung eines dann vermutlich viel höheren Anschlußentgeltes ) wieder in Betrieb genommen werden.
Die Frage erstreckt vor allem auch auf den Betrieb des abgetrennten Netzes dieser Gemeinde, oder gibt’S das dann auch nicht mehr ?
Wurde dieses Netz dann gar vielleicht schon abgebaut und muß jeder Benutzer elektrischer Energie (also auch jeder Geschäftsmann in seinem Verkaufslokal, jedes Unternehmen in seinen Betriebsräumen, selber für die Produktion und Verteilung der von ihm benötigten elektrischen Energie mit Anlagen auschließlich auf seinem eigenen Grundstück sorgen ?
An wen wenden sich die Bewohner dieser Gemeinde, wenn sie technische Probleme mit ihrer Eigenversorgung haben sollten - und dahe tasächlich plötzlich „im Finstern“ sitzen sollten, dann aber auch keine einzige elektrische Maschine mehr betreiben könnten und sich weder eine warme Suppe aber auch keinen Kaffee mehr machen könnten - und vielleicht auch ihre Kommunikationsgeräte nicht mehr betreiben könnten ?

Jep. Vertrag kündigen. Leitung des Subnetzes zum Supranetz abklemmen. Fertig. Nichts mehr fürs Supranetz zahlen.

Wenn in deinem „privaten“ netz - dem von deinem Haus, deiner energiegemeinschaft oder deiner Gemeinde - ein Problem hast, musst du dich selbst darum kümmern.

Wie sagte es Jean-Paul Sartre: Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt. Es gibt keinen Gott, der ihm seine Verantwortung fürs eigene Leben abnehmen kann.