Gute Resultate, doch interne Unterlagen zeigen fragwürdigen Einsatz der Technologie und Überwachung
Als erste „KI-getriebene Privatschule“ soll die Alpha School nichts Geringeres leisten, als die Revolutionierung des US-Schulsystems. Sie folgen dem von der Co-Gründerin MacKenzie Price erdachten „2 Hour Learning“-Modell, bei dem die Schüler binnen zwei Stunden pro Tag „die Kerninhalte“ des Stoffs verstehen sollen, um dann vier Stunden lang „ihren Leidenschaften nachgehen und Alltagskompetenzen meistern“ sollen.
Für die Wissensvermittlung selbst nutzt man eine KI-getriebene Plattform, die ihre Inhalte für jeden Teilnehmer personalisiert.
Das Jahr kostet bis zu 75.000 Dollar (aktuell 63.500 Euro).
Die Realität scheint nicht gar so rosig zu sein, berichtet 404 Media.
Dabei geht es unter anderem auch um Multiple-Choice-Testfragen in KI-generierten Unterrichtseinheiten. Diese sollen mitunter unklar formuliert und die Antwortmöglichkeiten teilweise unlogisch sein.
Berichtet wird aber auch über frei erfundene Angaben in Fragen und Antworten. Dabei handelt es sich um „Halluzinationen“, eine bekannte Schwäche generativer KI. Weiters kommt es auch vor, dass Fragen mehrere richtige Antworten haben, von denen aber nur eine akzeptiert wird oder Folgefragen in der falschen Reihenfolge gestellt werden. Das soll auch dazu beitragen, dass die angeblich zweistündigen Lernsitzungen oft deutlich länger dauern.
Die Fragen würden nicht nur die Standards der SAT-Tests verletzen, die unter anderem über die Chancen zur Aufnahme an Universitäten entscheiden, heißt es in den Notizen eines Mitarbeiters. Sie würden auch nicht die eigenen Qualitätsversprechen erfüllen.
Gleichzeitig setzt man auch stark auf Überwachung der Schüler. Das eigene Programm „StudyReel“ erfasst Mausbewegungen, Webcam, Mikrofon, Bildschirminhalte sowie gerade genutzte Apps und Webseiten. Ist eine Schüler auf einer nicht für den Unterricht gedachten Seite oder App unterwegs, inaktiv oder nicht am Rechner, kann die App zum Weiterlernen anregen. Zudem soll sie auch erkennen, wenn jemand sich mit einer Frage schwer tut und dann entweder zusätzliche Lerninhalte zuweisen oder den Chatbot einschalten.
Allerdings erwog man auch, das Verhalten der Kinder und Jugendlichen abseits der Schule zu tracken.
Ebenso bestätigt man, dass die Testergebnisse der Alpha School-Schüler im Vergleich zum nationalen Schnitt sehr hoch sind. Das, so sagen sie, liegt allerdings nicht an den KI-Werkzeugen, sondern an der beherzten Unterstützung der menschlichen „Guides“.