Umstieg von Gas weg auf PV, Akku, WP

Beginn Oktober ist es ein Jahr her, dass Gas aus dem Haus verbannt wurde.
Umstieg auf Wärmepumpe (12 kW) wo früher ein völlig überdimmensionierter etwa 33kW Gaskessel stand (dessen Gasbrenner lief selbst in kältesten Wintern mit -15 bis -20 höchstens 8 Stunden). Am Dach rund 8kWpeak Paneele, 10kW Fronius Regler, 11kWh BYD LFP Akku.
Haus nicht saniert, noch immer die alten Alu-Holz Fenster, keine Styropor Fassade. Beim Bau wurde seinerzeit bei Außenwände innen und außen Thermoputz verwendet.
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Führe nun seit fast einem Jahr umfangreiche Statistiken - hätte jede Wette verloren, wie wenig an Energie ich zukaufen muss. Gäbe es einen Speicher den gesamten Überschuss an Strom ein Jahr zu speichern, das Haus wäre Energie mäßig autark.

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Ein Saisonspeicher für Energie würde allen helfen. Der heilige Gral der Sonnenenergie ist leider noch nicht am Markt.

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Wasserstoffspeicher fürs Eigenheim gibt es schon als fertiges Produkt, zB Wasserstoff

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Cool! Ich bin auch am Tüfteln, einen Gasdurchlauferhitzer durch einen Wärmepumpenspeicher zu ersetzen…

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Ein Saisonspeicher, den wir schon in Betrieb haben ist Kaprunn.

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Malta Stausee hast vergessen, super Gegend ich war schon dort.
Wurde in Zusammenhang mit AKW Zwentendorf gebaut.

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Gäbe es einen Speicher den gesamten Überschuss an Strom ein Jahr zu speichern, das Haus wäre Energie mäßig autark.

Bitte es ging oben darum, autark zu sein! Das Maltatal und das Kaprun müsste dann im Keller sein.

Es geht ja auch um Energieautarkie auf allen Ebenen Haus, Gemeinde aber auch in Österreich. Energiegenossenschaften wie hier auch schon diskutiert helfen da auch mit. Wenn wir keine Gaskraftwerke mehr einschalten müssen, ist die Energie plötzlich deutlich billiger.

Energiegenossenschaften (alias “Energiegemeinschaften“) wären zwar grundsätzlich die richtige Richtung, werden aber in der Öffentlicheit - und daher auch von Politikern - falsch verstanden (https://energiegemeinschaften.gv.at/formen-von-energiegemeinschaften/). Das mit ihnen primär zu verfolgende Ziel sollte n i c h t die Möglichkeit der Betreiber von eigenen Produktionsanlagen sein, für elektrische Enerigie durch den Verkauf von Überschußstrom Geld verdienen - bzw. möglicht kurze Amortisationszeiten erreichen - zu können, sondern die Stabilität und Verfügbarkeit einer möglichst autarken Energieversorgung mit elektrischer Energie “bottom up“ sein - also beginnend in jeden Haushalt, jedem Betrieb , jedem Unternehmen.

Dazu müsste als oberstes technisches - und zudem sogar einfach beschreibbares - Ziel “lediglich” vorgegeben werden, dass an möglichtst vielen (“strategischen“) Punkten im Versorgungsnetz - unabhängig von der Netzebene - keine elektrische Energie mehr transportriert werden soll - und daher dort auch kein Strom mehr durch die Leitungen an diesen Punkten fließen soll. Dieses Ziel darf aber nicht durch die physische Abschaltung von Verbrauchergruppen oder die Außerbetriebnahme von Produktionsanlagen erreicht werden und bedeutet die weitestgehende Dezentralisierung des Lastmanagments möglichst nahe zu den Verbrauchern - bis hin zu lastabhängig (vom Saldo Verbrauch-Erzeugung im jeweiligen Netzsegment zu jedem Zeitpunkt abhängigen) “Fernsteuerung” von Verbauchern.
Die Beobachtung nur der Viertelstundenwerte des Energieverbrauches, wie sie derzeit in den Standardeinstellungen der gerade für Zwecke des lokalen Energiemanagments (hinter der jeweiligen Zählstelle) vormals so angepriesenen Smart-Meter angeboten werden, sind dafür - und auch für das Begrenzen lokaler Verbrauchsspitzen - jeden falls nicht ausreichend.

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Da dürfte allerdings ein - sogar weitverbreiter - Irrtum sein.
Der Energiepreis ergibt sich je nach gewähltem Anbieter und Tarif für den Energiebezug vor allem aus den Preisen für die Nutzung der Infrastruktur und den Kursentwicklungen an den Energiebörsen.
Auch wenn Gaskraftwerke zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade nicht eingeschalttet werden müssen, werden sie solange weiterhin benötigt, solange ihre Produktionskapaziät und ihre Hot-( bzw. Schnell- ) Startfähigkeit nicht durch andere Technologien ( Batterien ? , Gasspeicher ? , Pumpspeicherwerke ? ) mit zumindest gleicher Zuverlässigkeit ersetzt werden kann - und bleiben damit solange auch Teil der Kosten verursachenden Infrastruktur . Auch wenn Gaskraftwerke in Zukunft weniger häufig unter Volllast laufen müssen, verbrauchen sie auch im Hot-Standby Gas - weil sie auf Betriebstemperatur gehalten werden müssen, um jederzeit innerhalb weniger Minuten mit Volllast ihren Voll-Betrieb wieder aufnehmen zu können.
Weil aber im Hot-Standby betriebene Gaskraftwerke keinen Strom verkaufen können, selbst aber trotzdem Energie (und Personal) benötigen, sind sie teurer zu betreiben, als voll in Betrieb befindliche Gaskraftwerke, mit denen auch Einnahmen durch den Verkauf der erzeugten elektrischen Energie zu erzielen sind.

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Lieber Erich,

Bitte beschäftige Dich mit der Marktpreisbildung für Energie an der Börse.

Beim Merit-Order-Modell werden Kraftwerke nach ihren Grenzkosten (also den Kosten für die Erzeugung einer zusätzlichen Kilowattstunde Strom) gereiht.

  • Zuerst kommen die billigsten (z. B. Wind, Solar, Wasserkraft).

  • Danach folgen teurere (z. B. Gas, Öl, Kohle).

  • Das teuerste Kraftwerk, das noch benötigt wird, um den aktuellen Strombedarf zu decken, bestimmt den Preis für alle anderen im Markt.

Beispiel:
Wenn Wind- und Wasserkraft nicht reichen und ein teures Gaskraftwerk zugeschaltet werden muss, bestimmt dessen Preis den Marktpreis für alle – auch für den billig erzeugten Strom aus Wind oder Wasser.

Das nennt man auch das „Grenzkosten-basierte Strommarktdesign“ nach der Merit Order.

Die (vor allem staatlichen) Energieanbieter argumentieren in den letzten Jahren, dass sie ja die an der Börse erzielbaren Preise von den Konsumenten verlangen MÜSSEN, weil ihnen sonst ein Schaden entsteht. Man hat sogar 2 verschiedene Firmen gegründet innerhalb der Konzerne. Eine für Produktion - eine für Vertrieb. Die Vertriebstochter kauft nun zu Markpreisen Strom von der Erzeugungstochter, auch wenn diese z.B. ausschließlich Wasserkraftwerke hat. Bezahlt wird der Preis für das teuerste meist am Netz hängende Kraftwerk. Das ergibt satte Profite für die Produzenten.

Danke
LG Werner

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Was willst Du mit Wasserstoff im Eigenheim erreichen ?
Als Speicher für elektrische Energie ist Wasserstoff ungeeignet, da die dafür erforderlichen Umwandlungsprozesse (über Hydrolyse und Brennstoffzelle) viel zu verlustreich sind.
Von der eingesetzten elektrischen Energie für die Erzeugung von Wasserstoff mittels Hydrolyse aus reinem Wasser kommen nur ca 36 % dieser Energie wieder nach der Brennstoffzelle an den dort angeschlossenen elektrischen Leitungen “heraus”.

Ein heutiges Elekrofahrzeug mit Brennstoffzelle für Wasserstoff käme daher auf keine besseren Gesamtwirkungsgrad für die eingesetzte Primärenergie, als ein Dieselfahrzeug mit Verbrennungsmotor vor 20 Jahren.
Ähnliche Gesamtwirkungsgrade sind auch für alle alternativen (synthetischen ) Kraftstoffe für die zukunftige Verwendung von “Technologie-offen” weiterentwickelten Verbrennungsmotoren zu erwarten.

Für den Endverbraucher gibt es nur einen Endbetrag auf der Rechnung, der für ihn tatsächlich relevant - und auch fristgerecht zu zahlen - ist .
Wie sich der im Detail zusammensetzt mag zwar interessant sein, erleichtert aber das Verständnis keineswegs, wenn andere sich um Energiepreise von einigen Cent streiten, je Kilowattstunde aber manchmal (und nur für manche ? ) aber deutlich mehr als 1 € zu zahlen ist.
Die Erhaltung von Gaskraftwerken muss aber jedenfalls bezahlt werden - unabhängig davon, ob ihr Betrieb zur Energiepreisbildung über das Merit-Order-Modell beiträgt.
Sie werden im Fall ihres längeren Standbyes dann aber vermutlich stärker zu den Infrastrukturkosten beitragen, oder (vielleicht aber zu vorzeitig) endgültig außer Betrieb genommen - und abgetragen - werden müssen .
Für kleine Haushalte - mit geringem Energieverbrauch - ist es völlig uninteressant, ob sie für solche - nur selten “wirtschaftlich” mit Volllast betriebenen - Gaskraftwerke dann über einen höhere Energiepreis, oder über den Anteil der von ihnen in nur geringem Ausmaß genutzten Infrastruktur, Preise von über 1 € je Kilowattstunde ( inlusive aller Fixkosten und Abgaben) zu bezahlen haben - und damit vielleicht sogar die Nutzung der Infrastruktur durch Großverbraucher “subventionieren” müssen.

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Ich will wieder zurück zu NEWAG, (NIOGAS), zu DoKaWe … :grin: :upside_down_face:

Hilft es den Gaskraftwerke Betreibern, dass andere Übergewinne einfahren?

Lieber Erich, dein Denkfehler liegt in der Zielsetzung: Du argumentierst gegen Wasserstoff als Effizienz-Champion — aber hier geht es nicht um Effizienz, sondern um Langzeitspeicherung überschüssiger Sommerenergie für den Winter.

Ja, die Umwandlungskette Strom → Wasserstoff → Strom ist verlustreich. Aber:

1. Im Sommer gibt’s Strom im Überfluss (PV-Erzeugung > Verbrauch).

2. Kurzzeitspeicher wie Batterien sind im Winter leer, wenn kaum PV-Ertrag kommt.

3. Wasserstoff erlaubt saisonale Speicherung in großen Mengen, wo Batterien ökonomisch und technisch versagen.

Fazit: Nicht als Primärtechnologie im Alltag, aber als Langzeitspeicher ist Wasserstoff im Eigenheim (oder Quartier) ein realistisches Puzzlestück für ein fossilfreies Energiesystem.

Es hilft ihnen insoweit, als sie das Kraftwerk überhaupt betreiben. Das Ziel der Merrit Order ist es Anreize zu schaffen, dass die teuren Kraftwerkbetreiber nicht den Hut draufhauen. Das oberste Ziel ist die Stabilität des Strommarktes.

Es ist aber kein Gesetz, dass alle anderen ihren Kunden auch den Preis an der Börse verrechnen müssen. Und nicht eine Mischkalkulation für die Kunden gemacht wird.

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Ja, denn “große” Betreiber von Wasserkrafttanlagen (die die behaupteten “Übergewinne” einstreifen) betreiben auch die teuren - weil als Ersatzkraftwerke oft stillstehenden - Gaskraftanlagen. (Liste fossil-thermischer Kraftwerke in Österreich – Wikipedia)

Als es nur “große” - und ortsgebundene (in einem bestimmten abgrenzbaren Versorgungsgebiet tätige) Energieversorgungsunternehmen gab, hat diese Merit-Order
auch andere Energieversorgungsunternehmen vielleicht dazu angehalten eigene Gaskraftwerke in Betrieb zu halten oder vielleicht sogar neu zu errichten.

Auch bei Wasserkraft gibt es “Flauten” bei langanhaltenden Trockenperioden oder Hochwasser. Zur Erfüllung des Versorgungasauftrages werden dann auch Gaskraftwerke eingesetzt und diese werden daher auch in Zukunft benötigt werden - nicht nur für “Flauten” der Wasserkraft.
”Übergewinne” durch das Merit-Order-Modell können nur jene Energieversorgugsunternehmen machen , die keine (zumeist stillstehenden) “Ersatz-Produktionsanlagen” zur Überbrückung von Flauten der eigenen Produktionsanlagen betreiben müssen - also primär Betreiber von Windkraft- und Solarvoltaik-Anlagen.
Denn “große” Energieversorger betreiben neben ihren Wasserkraftanlagen auch Gaskraftwerke.

Die Berechung der Kosten für eine Kilowattstunde wird so - über alle (großen und kleinen) Produzenten elektrischer Energie hinweg - jedenfalls einfacher.

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Aufgrund diverser berufsbedingter Kontakte zu DoKW, jetzt Verbund, weiß ich, bei starkem Hochwasser produziert die Kraftwerkskette an der Donau nahezu null an Strom.
Wehrtore und Schifffartsschleußen sind offen, der Oberwasserspiegel ist jeweils um etliche Meter niedriger als bei Normalbetrieb, dafür ist der Unterwasserpegel hoch.
Die höchste Ausbeute, knapp unter Normalwasser, da ist die Fallhöhe groß, die Durchflussmenge kaum merklich abgefallen.

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Der große Betreiber von Wasserkraftwerken (Verbund) hat noch nie ein anderes Kraftwerk betrieben. Er verkauft mir (bzw. dem Verein) 100% Strom aus Wasserkraft mit Zertifikat. Verlangt dafür aber Preise wie im Sacher und macht auch solche Gewinne.

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