- Schluss mit Gas in der Küche.
Jetzt steht ein Induktionsherd da. Der Strom kommt aus Ökostrom,
Ein Induktionsherd verbraucht zwar weniger Strom, als ein normaler E-Herd , er führt aber in einem Haushalt, wo bisher mit Gas statt mit Strom gekocht und auch geheizt wurde in jedem Fall zu zusätzlichem Stromverbrauch , der nicht durch geändertes Energieverbrauchsverhalten ( z.B. häufigeres /längeres Kochen/Backen, höhere gewünschte Raumtemperaturen) oder durch eine höhere Anzahl von zu versorgenden Haushalten, ausgelöst wurde.
Dieser zusätzliche Bedarf (insbesonders auch sein zu einem beliebigen Zeitpunkt möglicher Maximalwert) muß dazu in möglichst geringer geografischen Entfernung zum jeweiligen Verbrauchsort zu jeden Zeitpunkt und genau (nicht nur im Durchschnitt !) entsprechend der Höhe der zu jedem Zeitpunkt zu deckenden Verbrauchsleistung auch produziert und verteilt werden können.
Für Gas existieren in Österreich Saisonalspeicher in audgebeuteten ehemaligen Gas. bzw. Öl - Lagerstätten in der Größenordnung von ca. 90 TWh.
Diese Speicher waren am 5. Oktober 2025 bereits zu 85 % (mit 86 TWh) befüllt (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1305306/umfrage/fuellstand-der-erdgasspeicher-in-oesterreich-auf-tagesbasis/).
Für elektrische Eenergie gibt es solche Saisonalspeicher noch gar nicht - auch ist noch unklar in welcher Technologie ( z.B. Batterien oder Wasserstoffspeicher) solche Saisonalspeicher realisiert werden könnten.
Die Speicherkapazität unserer Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke wird dafür vermutlich nicht ausreichen, da diese schon derzeit zur Stabilisierung des nationalen Netzes und des europäischen Verbundnetzes benötigt werden.
”Nur Ökostrom” aus dem öffentlichen Energieversorgungsnetz beziehen zu wollen, ist technisch derzeit gar nicht möglich und würde z.B. bedeuten, dass im Falle von Netzinstabilitäten, wenn auch fossil befeuerte Gaskraftwerke zur Netz-Stabilisierung in Betrieb genommen werden müssten, solche Verbraucher (die auf 100% Ökostrom bestehen) abgeschaltet werden müssten.
Die Elektroleitungen zu den Wohnungen wurden im Altbestand bisher gar nicht für vollelektrifizierte Wohnungen dimensioniert und müssen dafür im Regelfall neu dimensioniert werden und daher alle Steigleitungen vom Hausanschlusskasten bis zu den Wohnungssicherungen und zumeist auch die Sicherungseinrichtungen in jeder Wohnung samt stärkeren Leitungen zu den Standorten von Elektroherden/Elektroheizungen/Wärmepumpen erst neu errichtet werden.
Diese Arbeiten liegen zudem außerhalb der Zuständigkeit von - und zumeist auch Außerhalb der Finanzierbarkeit durch - Mieter.
In meinem Mehrparteienhaus (Baujahr 1884 !) wurden diese Arbeiten erst vor kurzer Zeit durchgeführt - es grenzt fast an ein Wunder, das das Haus nach diesen Arbeiten noch immer steht.
2.Wärme, wo sie hingehört.
Die Idee mit den Heizmatten unter den Kacheln ist tatsächlich gut.
Meine Kacheln wurden aber bereits vor fast 40 Jahren verlegt. Damals hatte offenbar noch niemand (und auch ich nicht) solche Ideen.
Auch bei erst vor kuzem verlegten Kacheln in einem unbeheizten - und daher im Winter tatsächlich kalten - WC wurden mir von Fachleuten keine ähnlichen Vorschläge gemacht.
Im Altbau wird es damit möglicherweise Probleme geben, weil die Verputzschichten unterhalb der Heizmatte und auch die Kacheln selbst für die Temperaturschwankungen im Kleberbett der Kacheln geeignet sein müssen, ein eigener Elektroanschluß errichtet werden muss, Elektriker aber weder Wände verputzen noch Kacheln verlegen, beim unsachgemäßen Verlegen der Kacheln aber die eingeputzte Heizmatte beschädigt werden könnte.
All das stellt vermutlich nur für ”Häuselbauer in Eigenregie” kein Problem dar.
3.Heizen und Kühlen in einem.
Gut, aber teuer und nicht immer anwendbar - wenn z.B. im Altbestand kein Platz für die erforderlichen Tiefenbohrungen oder das Aufstellen des Bohrgerätes an den für Bohrungen vorgesehenen Orten vorhanden ist.
Auch fehlen im Altbestand häufig mögliche Trassen innerhalb der Gebäude, um die Wärmeleitungen zu den Wohnungen führen zu können. Trassen könnten - wenn überhaupt - in unserem Haus nur mehr oberputz geführt werden. In unserem Altbau mussten sogar schon die neuen Steigleitungen für elektrische Energie aus baustatischen Gründen teilweise oberputz geführt werden.
Allein in Wien gibt’s aber noch 400.000 Haushalte mit Gasheizungen - viele davon in öhnlich alten Gebäuden und mit ähnlichen Problemen , wie in unserem Haus.
Und auch Wärmepumpen benötigen elektrische Energie.
Jahresarbeitszahlen von 4 kennzeichnen bereits sehr gut arbeitende Wärmepumpen.
Bei 8 kW (hier willkürlich angenommener) durchschnittlicher Heizleistung würde so eine Wärmepumpe dann immer noch 2 kW elektrischer Leistung benötigen und bei Unterdimensionierung noch wesentlich kleinere Jahresarbeitszahlen erreichen - bei Jahresarbeitszahl 1 dann nur mehr wie eine normale Elektroheizung arbeiten.
Allein für die 400.000 Wiener Wohnungen, die derzeit noch mit Gas heizen, ergäbe das gemäß meinen Milchmädchenrechnungen eine zusätzlichen Leistungsbedarf von (zumindest) 800 MW - oder die benötigte Produktionskapazität von 5 weiteren Donaukraftwerken der Größenordnung von Wien-Freudenau.
4. Das Dach als Kraftwerk.
…Dann erzeugen wir unseren Strom und Warmwasser direkt selbst
Das ist aber auch nur bei Einfamilienhäusern möglich.
Im Altbestand und im verdichtetem Wohnbau - mit ausgebauten Dachgeschoßen bzw. mit Gemeinschaftsanlagen am Dach - ist dafür zumeist weder Platz für die technischen Einrichtungen (Wechselrichter,Batterien, … ) noch stehen für die einfache Verlegung von Solarvoltaik-Modulen ausreichend große Dachflächen ohne Abschattungen oder Verschneidungen( z.B. durch die Dachgauben von Dachfenstern) zur Verfügung.
Mieter sind allein durch die ohnehin oft schon hohe Mieten stark belastet, Kosten für die Errichtung und den Betrieb von Solarvoltaikanlagen dann auch noch mitübernehmen zu müssen, wird ihre finanzielle Belastbarkeit rasch übersteigen - zudem sind nennenswerte Einkünfte aus dem Verkauf des Solarstroms nicht zu erwarten.
5. Mobilität ohne eigenes Auto.
Ein eigenes Auto habe ich schon lange nicht mehr.
Ich bin erst in höherem Alter zum Autofahrer geworden - und habe bis dahin ausnahmslos alle meine Wege zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt.
Auf ein Auto vollständig zu verzichten, ist nur dann möglich, wenn man nie etwas zu transportieren hat und nur Ziele in unmittelbarer Nähe von öffentlichen Verkehrsmitteln hat.
Und wir hätten gar kein Problem mit dem weiter steigenden CO2-Austausch aus dem Verkehr, wenn sich alle nur so wie Du oder ich ( vor einigen Jahren noch) bewegen würden.
Tatsächlich ist der Verkehr aber jener Energie-Bedarfsträger in Österreich, dessen CO2-Austoß immer noch ansteigt - und der vermutlich auch in Zukunft weiter ansteigen wird.
6.Sauberer geht es immer
Letzte Woche ist eine neue Geschirrspülmaschine fällig geworden.
Die wurde bei mir - wie auch meine Waschmaschine- schon vor einigen Jahren ausgetauscht. Bei mir sollte nun mein Eiskasten dran kommen, finde aber kein passendes Einbaugerät.
Und nicht zu vergessen : Alle meine undichten - alten (aus 1884 stammenden ) aber schönen ( teilweise mit Messingbeschlägen ausgestatteten ) alten Wiener Kastenfenster habe ich mit “weinendem Auge” schon vor einigen Jahren gegen moderne Kipp-/Schwenk-Fenster mit 3-Scheiben Isolierglas tauschen lassen. Seither kann ich fallweise an der Außenseite der Fenster Kondenswasserbildung beobachten.
Und genau das lohnt sich – finanziell, praktisch und fürs gute Gefühl, selbst etwas bewegt zu haben.
Da stimme ich Dir voll zu.
Das Problem sind aber jene Eigentümer bzw. Mieter von Wohnungen, die diese Meinung nicht teilen bzw. selbst die geringsten finanziellen Mehrbelastungen nicht tragen können oder tragen wollen.